Bauland
22.02.2005

Bauland

Cuxland bei Baulandausweisung spitze

Bevölkerungsentwicklung und Werterhalt von Immobilien

Alle zwei Jahre wieder brüten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bauämtern der Gemeinden über Statistikbögen. Abgefragt werden landesweit Daten zu den vorhandenen Wohnbaulandpotentialen. Rechtzeitig zum Jahreswechsel 2004/2005 ist die Auswertung der Statistik 2004 vom Land Niedersachsen vorgelegt worden. Was zunächst wie trockenes Zahlenmaterial wirkt, gibt bei näherem Hinsehen spannende Hinweise auf zukünftige Wohnungsmarktpotentiale.

Seit Mitte der 90er Jahre sinkt die Nachfrage auf den Wohnungsmärkten. Entsprechend haben landesweit die Gemeinden weniger Bauland ausgewiesen. Dies führt zu langsam schmelzenden Flächenreserven für Häuslebauer. Im Cuxland jedoch wurde im Vergleich zur Einwohnerzahl sehr viel neues Bauland ausgewiesen. Und auch bei den Baulandreserven zählt der Landkreis Cuxhaven zur absoluten Spitzengruppe im Lande Niedersachsen. Das vorhandene Bauland entspricht etwa der Fläche von 700 Fußballfeldern. Dabei haben die Ratsmitglieder vorwiegend auf Flächen für Einfamilienhäuser gesetzt.

Einfamilienhäuser werden vorwiegend von jungen Leuten für größere (Familien-)Haushalte gebaut. Die demografische Entwicklung führt aber zur Abnahme dieser auf den Wohnungsmärkten besonders aktiven Bevölkerungsgruppe. Hingegen nimmt die ältere Generation zahlenmäßig zu. Daraus resultiert zwar insgesamt ein Verlust an Dynamik auf dem Eigentumsmarkt. Aber die Alterung der Gesellschaft erzeugt auch neue Nachfrageimpulse.

Da ist zum einen die höhere Zahl notwendiger Wohnungen zu nennen. Denn nach der Familienphase werden die Haushalte durch den Auszug der Kinder kleiner. Weil mehr und mehr Menschen also allein oder zu zweit eine Wohneinheit bewohnen, rechnen die Statistiker landesweit bis 2010 mit einer jährlichen zusätzlichen Nachfrage nach 40.000 Wohnungen. Im Cuxland reichen die hohen Flächenreserven für den Bedarf der nächsten vier bis fünf Jahre aus.
Zum anderen ist die Nachfrage nach einer anderen Art von Wohnungen zu nennen. Die Ansprüche an die Qualität des Wohnraums und an die Ausstattung des Umfeldes mit Ärzten, Apotheken, Massagepraxen, Post, Bank, Bus und Bahn werden steigen, ebenso die Nachfrage nach altengerechten Wohnungen und Wohnungen für neue, flexible Wohnformen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Durchschnittsalter der niedersächsischen Gemeinden. Im Bundesdurchschnitt ist das Land Niedersachsen relativ jung. Dies liegt unter anderem an einer vergleichsweise hohen Geburtenhäufigkeit. Aber gerade die Gemeinden an der Küste sind durch ein hohes Durchschnittsalter gekennzeichnet. Hier spielen zwei Effekte eine Rolle: Für die jungen Leute gibt es nicht genügend Arbeitsplätze, sie ziehen daher weg. Für die Älteren ist eine attraktive Natur und Infrastruktur ein Grund, hier ihren Altersruhesitz zu wählen.

Dass die Küstenorte ein hohes Durchschnittsalter haben, ist nicht zwangsläufig als negativ anzusehen. Denn den Gemeinden, die sich auf die älteren Menschen und ihre Bedürfnisse spezialisiert haben, ist sehr an einem hohen Anteil dieser „Kunden“ gelegen.

Für die Zukunft stellt sich Kommunen, Hausbesitzern und Investoren aufgrund der dargestellten Entwicklung eine schwierige Aufgabe: Sie müssen einerseits auf die wachsende Nachfrage in den nächsten Jahren reagieren; aber auch mit der nachlassenden Nachfrage-Dynamik umgehen. Darüber hinaus müssen sie die Veränderungen in der Art der Nachfrage erkennen und berücksichtigen und dazu auf kleinräumige Unterschiede reagieren, denn die Lösungen müssen auf die spezifischen regionalen und lokalen Bedingungen zugeschnitten werden. Nur so können Bestand und Neubau zukunftsfähig gemacht und der Wert von Immobilienbeständen dauerhaft erhalten werden.

Autor: PresseInformationsDienst des Landkreises Cuxhaven