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31.07.2007

Der Landkreis Cuxhaven hat Geburtstag

30 Jahre nach Gründung des Landkreises Cuxhaven präsentiert sich die Kreisverwaltung heute zukunftsorientiert aufgestellt als bürgerorientierter moderner Dienstleister.
„Wir gehen mit der Zeit und passen uns laufend den sich ändernden Rahmenbedingungen an“ - so Landrat Kai-Uwe Bielefeld aus Anlass einer kleinen Zwischenbetrachtung der vergangenen drei Jahrzehnte.
Im Jahre 1977 wurden auf Grund des Achten Gesetzes zur Verwaltungs- und Gebietreform vom 28.6.1977 die bisherigen Landkreise Wesermünde mit dem Kreissitz in Bremerhaven und Land Hadeln mit dem Kreissitz in Otterndorf sowie die bis dahin kreisfreie Stadt Cuxhaven zum neuen Landkreis Cuxhaven vereint. Sitz des neu gebildeten Landkreises wurde die Stadt Cuxhaven.
Dem vorausgegangen waren intensive Diskussionen um den Kreissitz, den viele, speziell aus dem Südkreis, lieber zentral in Bremerhaven oder Bad Bederkesa als im äußersten Norden in Cuxhaven gesehen hätten.
Sitz der Kreisverwaltung war zuerst ein angemietetes Gebäude im Elfenweg 15/17, das aber nur die Verwaltungsspitze und einen Teil der Verwaltung beherbergen konnte. Die bisherigen Kreishäuser Bremerhaven und Otterndorf blieben als Außenstellen zunächst bestehen.
1984 zog dann die Kreisverwaltung in das auf der grünen Wiese neu erbaute Kreishaus an der Vincent-Lübeck-Straße. Der Tag der offenen Tür anlässlich der Eröffnung im Herbst mobilisierte tausende Besucher aus Stadt und Land.
In Folge der Gebietsreform kamen im Vergleich zu den Altkreisen mehr und auch neue Zuständigkeiten auf den Landkreis Cuxhaven zu. So mussten insbesondere verschiedene Aufgaben der bis dahin kreisfreien Stadt Cuxhaven übernommen werden, außerdem wurden das Gesundheits- und das Veterinäramt kommunalisiert und in die Kreisverwaltung eingegliedert. Zusätzlich übernahm die Kreisverwaltung die Kreisstraßenmeistereien in eigene Regie und es musste auf die neuen und wachsenden Aufgaben im Bereich des Natur- und Umweltschutzes reagiert werden.
Dabei führten die schwierige Wirtschaftsstruktur der Region zusammen mit den stetig steigenden Ausgaben bei den sozialen Verpflichtungen am Anfang der 1990er Jahre zu einem wachsenden strukturellen Defizit und damit zu einer stetigen Verschlechterung der finanziellen Situation, deren Stillstand erst in diesem Jahr erreichbar erscheint.
Moderne Informationstechnologien hielten bereits vor 1980 Einzug in die Kreisverwaltung, wenngleich zunächst bescheiden mit zwei Bildschirm-Schreibautomaten für die Bewältigung des immer umfangreicheren Schriftverkehrs und der Umstellung des Kassen- und Anordnungssystems auf elektronische Datenverarbeitung (EDV) Im Jahre 1991.
Mit dem Umzug in das neue Kreishaus wurde auch das Kfz-Zulassungswesen auf EDV umgestellt mit insgesamt 12 Bildschirmarbeitsplätzen. Bearbeitungs- und Wartezeiten wurden dadurch erheblich reduziert. Die Anlage, die der Landkreis Cuxhaven als zweiter im damaligen Regierungsbezirk umstellte, war beliebtes Anschauungsobjekt zahlloser Besuchergruppen.. Zusätzlich wurde im zentralen Schreibdienst ein Mehrplatz-Textsystem mit sieben Bildschirmarbeitsplätzen installiert.
Ende 1990 wurde an insgesamt rd. 80 Arbeitsplätzen im automatisierten Verfahren gearbeitet. Der neu beschaffte zentraler Verwaltungsrechner war aufrüstbar auf bis zu vier Prozessoren und erlaubte bis zu 252 Anschlussmöglichkeiten. Er sollte für die Bedarfe der kommenden fünf bis zehn Jahre ausreichend sein, doch bereits 1992 wurde das Kreishaus mit Lichtwellenleitern (Glasfasern) flächendeckend verkabelt. 1200 Anschlussmöglichkeiten für beliebige Endgeräte wie PC oder Drucker waren über 5 Schaltzentralen miteinander verbunden. Seit 1999 ist der Landkreis Cuxhaven mit einer eigenen Homepage im Internet präsent.
Heute ist der Einsatz moderner Informationstechnologe für den Landkreis Cuxhaven eine Selbstverständlichkeit und verfügt der Landkreis Cuxhaven im Bereich der technikunterstützten Informationsverarbeitung mit insgesamt 48 Servern (2005) über eine Vollausstattung für alle 631 Büroarbeitsplätze (2005). Das Netzwerk wurde durch den Einsatz moderner Netzwerkkomponenten optimiert. Der Internetauftritt wurde runderneuert und kann durch den Einsatz eines so genannten Content-Management-Systems dezentral von den Mitarbeitern den einzelnen Fachbereichen erstellt und bearbeitet werden, wodurch ein Höchstmaß an Aktualität und Flexibilität gewährleistet ist. Er bietet heute den Bürgerinnen und Bürgern und auch der Wirtschaft nicht nur umfangreich Informationen, sondern ermöglicht auch eine immer größer werdende Zahl von Dienstleistungen, so z. B. die Reservierung von Wunschkennzeichen oder die Vorbestellung von Büchern der Fahrbücherei oder digitale Auskünfte aus Bebauungsplänen oder dem Liegenschaftsbuch.
Durch die Einrichtung beispielsweise eines „Extranets“ gemeinsam mit einigen kreisangehörigen Gemeinden sowie der Kommunalen Datenzentrale Oldenburg (KDO) oder den Anschluss an das Datennetz des Landes Niedersachsen (IZN-Net) im Juli 2005 wurden weitere aktive Schritte in Richtung E-Government getan. Sie ermöglichen den geschützten Zugriff auf verschiedene Register, z. B. das Bundeszentralregister sowie den geschützten Austausch von Daten untereinander und erlauben damit eine zeitnahe Aktualisierung und verkürzte Reaktionszeiten im Sinne einer besseren und schnelleren Abwicklung der Geschäftsvorfälle.
Im Rahmen der 1994 eingeleiteten Organisationsentwicklung wurden die Aufgaben und Arbeitsprozesse der Verwaltung durchleuchtet und, wo notwendig, neu geordnet. Kostenintensive Aufgaben der Selbstverwaltung wurden, wie z. B. das Kreiskrankenhaus Land Hadeln in Otterndorf, das Kreiskinderheim in Neuhaus (Oste) oder die Pflegeheime in Osten, Hemmoor und Ihlienworth rechtzeitig in freie Trägerschaft übergeführt. Dies gilt ebenso für die Jugendhilfestationen, die modellhafte Anerkennung genießen.
Im Rahmen der Verwaltungsmodernisierung wurde mit dem Haushaltsjahr 2002 ein kaufmännisch geführter Sonderhaushalt eingeführt, dem die Liegenschaften und sonstiges Vermögen im Verwaltungsgebrauch und alle Betätigungen des Landkreises im Fiskal- und Servicebereich zugeführt wurden. Die Kreisstraßenmeistereien, der Brand- und Katastrophenschutz, der Rettungsdienst und, für die verwaltungsinternen Querschnittsaufgaben, der Interne Servicebetrieb (ISB) wurden als kaufmännisch geführt Regiebetriebe neu gebildet. Mit der Bildung des ISB und der Einführung der internen Verrechnung auf der Basis von Leistungspreisen konnte eine verbesserte Kostentransparenz hergestellt und damit eine Verbesserung der Steuerbarkeit der Verwaltung hergestellt werden. Damit sieht sich der Landkreis für die bevorstehende Umstellung seiner Finanzwirtschaft auf die „Doppik“, also die kaufmännische Buchführung, gut gerüstet.
Als Modellkommune nach dem am 1. Januar 2006 in Kraft getretenen so genannten „Modellkommunengesetzes“ ist der Landkreis Cuxhaven Vorreiter für neue Lösungsansätze hinsichtlich der Erledigung öffentlicher Aufgaben mit dem Ziel, effizienter, besser und bürgerfreundlicher zu entscheiden.
Zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wirtschaft im Kreisgebiet wurde die Agentur für Wirtschaftsförderung (A. f. W.) gegründet. Anfangs ein Ein-Mann-Unternehmen und dem Amt Kreisentwicklung zugehörig, ist die A. f. W. heute eine weitgehend selbständige Einheit der Kreisverwaltung und der Stadt Cuxhaven, der auch die Tourismusförderung zugehörig ist. Die Agentur ist erster Ansprechpartner der Wirtschaft für die Bereiche Existenzgründung, Standortmarketing und Innovation sowie für Fördermittel aus den Töpfen der Europäischen Union.
„Eine große Feier zum 30. gibt es nicht“, sagt Landrat Bielefeld, „wir freuen uns über das Erreichte und wollen unsere Arbeit auch weiter ordentlich machen“. Und so sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung ungeachtet des Jubiläums ganz normal wie an jedem anderen Tag im Einsatz für die Bevölkerung des Landkreises, herrscht im Kreishaus „business as usual“.