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Familie war engmaschig betreut
Nach Aussage des Jugendamtes des Landkreises Cuxhaven wurde die Kindesmutter mit ihrem unter Tatverdacht stehenden und offenbar geständigen Lebensgefährten bei der Erziehung und Pflege des Säuglings seit April 2007 im Rahmen sozialpädagogischer Familienhilfe regelmäßig und auch unangemeldet aufgesucht und unterstützt. Dabei gab es nach den Feststellungen der eingesetzten Fachkräfte übereinstimmend keinerlei Hinweise für eine Kindeswohlgefährdung. Vielmehr wirkte die Mutter mit ihrem Lebensgefährten bemüht und aktiv bei der Hilfegewährung mit. Diese engmaschige Begleitung berücksichtigte die grundlegenden Handlungsmaximen der Kreisjugendhilfe des Landkreises Cuxhaven.
- Vorrang des Kindeswohls, dann konkrete und verbindliche Vereinbarungen über Hilfsmaßnahmen des Amtes und die Mitwirkung der Betroffenen.
- engmaschige Begleitung der Betroffenen in der Durchführung
- Überprüfung der jeweils als Entscheidungsgrundlage herangezogenen Angaben des Betroffenen und anderer Stellen
- Kontrolle der vereinbarten Maßnahmen
- Reaktion auf Nichteinhaltung vereinbarter Maßnahmen.
Nach diesen Maßstäben bewerteten unterschiedliche Mitarbeiter des Jugendamtes die überprüfte familiäre Situation unter Einbeziehung des Lebenspartners und der Mutter als stabil und tragfähig, zuletzt bei einem Besuch am Vortage der Tat. In einer internen Dienstanweisung sind die Arbeitsschritte der Jugendhilfe festgelegt worden, sie werden - gerade nach dem Fall Kevin in Bremen – regelmäßig intensiv in den Blick genommen. „Das Hilfsangebot des Jugendamtes ist umgesetzt worden und hat funktioniert, da kann es keine Defizite gegeben haben“, so Kreisrätin Jahns. „Ich bin fassungslos, dass die Tat trotz engmaschiger Begleitung der Familie geschehen ist. Auch wir warten auf das Ergebnis der weiteren Ermittlungen“.