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04.03.2020

Leuchtturm: Modellprojekt zur besseren Versorgung psychisch schwer kranker Menschen, Gemeindepsychiatrisches Zentrum (GPZ)

Die Forderung gemeindepsychiatrische Zentren zu etablieren, ist eines der zentralen Themen des Landespsychiatrieplanes Niedersachsen (LPPN).

Bezüglich der Organisationsform wurden zunächst Modellprojekte empfohlen, um die dortigen Erfahrungen dann für eine weitergehende Implementierung im gesamten Land Niedersachsen auswerten zu können. Zwei Modellprojekte im Land Niedersachsen sollten vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gefördert werden, je eines im städtischen und ländlichen Raum.
Für den städtischen Raum wurde die Stadt Braunschweig ausgewählt, für den ländlichen Raum erhielt der Landkreis Cuxhaven den Zuschlag.

Mit der Förderung sind bestimmte Aufgaben verbunden. An erster Stelle steht die Schaffung mobiler multiprofessioneller Teams (MMT), die über SGB Sektoren hinweg zusammenarbeiten. Zur besseren Transparenz und Abstimmung der MMTs wird eine gemeinsame IT-gestützte Fallakte entwickelt, zu dieser soll der Betroffene auch Zugang haben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vergabe von Stipendien an EX-IN –Genesungsbegleiter. Dies sind Menschen mit Psychiatrieerfahrung, sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den Betroffenen und den „Profis“. Weiterhin ist der Aufbau individueller „Krisenräume“ geplant, da zentrale Krisenräume im weitläufigen Landkreis nicht sinnvoll sind.
Da die Förderung eine bestimmte Einwohnerobergrenze vorsieht, konnte nicht der gesamte Landkreis einbezogen werden. Die Betroffenen müssen ihren Wohnsitz in der Stadt Cuxhaven oder in den Samtgemeinden Land Hadeln, Hemmoor und Börde Lamstedt haben. Die teilnehmenden Versorger können aus dem gesamten Landkreis und den angrenzenden Regionen kommen, z. B. aus dem Landkreis Stade und aus Bremerhaven.

Auch der Begriff schwere psychische Erkrankung ist klar definiert. Dies sind Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose, welche über längere Zeit, d. h. über mindestens 2 Jahre Krankheitssymptome aufweisen, die erheblichen Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens und das soziale Funktionsniveau einhergehen sowie häufig mit einer intensiven Inanspruchnahme des Behandlungs- und psychosozialen Hilfesystems verbunden sind. Das Angebot soll nach Auslaufen der Förderung durch die Regelfinanzierung der Sozialgesetzbücher weiter bestehen.
Der Begriff Zentrum führt in diesem Zusammenhang leicht zu Missverständnissen, wir wollen kein Zentrum bauen, sondern die vorhandenen Akteure besser und anhaltend vernetzen zum Wohle der schwer psychisch Erkrankten.

Autor/in: PresseInformationsDienst des Landkreises Cuxhaven