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08.02.2007

Ein Jahr Telefonsprechstunde für Jugendliche

Jugendliche finden in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Landkreises Cuxhaven immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Dazu können kurzfristig persönliche Gesprächstermine vereinbart werden.

Seit einem Jahr treffen junge Menschen zu festen Zeiten, jeweils dienstags und freitags in der Zeit zwischen 14.00 und 15.00 Uhr am Telefon auf einen verständnisvollen Zuhörer, der auf ihre Ängste, Probleme und Sorgen eingeht. Das Angebot, ohne Anmeldung und Wartezeit, direkt über das zu sprechen, was junge Menschen belastet, hat sich hervorragend bewährt, erklärt Horst-Volkmar Trepte, Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Landkreises Cuxhaven.

Jugendliche berichten am Telefon von ihren aktuellen Sorgen, z. B. Marcel (13 Jahre), der merkt, dass ihn der Unterricht in seiner 7. Realschulklasse immer weniger interessiert, seine Noten schlechter werden und er sich immer öfter über Lehrerkritik und über Verbote und Strafen seiner Eltern ärgert. Er zieht sich vom Familienleben zurück in sein Zimmer und hat in seiner Freizeit nur noch Lust, am PC und an seiner Playstation zu spielen. Auch verabreden mag er sich kaum noch. Er fragt sich, was mit ihm los ist und weiß nicht, wen er mit seinen Sorgen ansprechen kann.
Ganz andere Probleme hat Lena (15 Jahre), die sich große Sorgen um ihre Freundin Julia (14 Jahre) macht, die kürzlich beim Ladendiebstahl erwischt wurde und ihrer Mutter schon mehrmals heimlich Geld aus der Geldbörse nahm. Als Julia ihr schließlich weinend anvertraut, dass sie am liebsten zuhause ausziehen möchte, weil sie sich von ihrem Stiefvater oft massiv beschimpft und abwertend behandelt fühlt, fragt sich Lena, was sie tun kann, um ihrer Freundin zu helfen.
Mit solchen oder ähnlichen Fragen können Jugendliche, die keinen vertrauensvollen Gesprächspartner unter Gleichaltrigen oder im familiären Umfeld haben, Rat und Unterstützung bei der Jugendberatung finden.
Sie können sich an die Jugendberatung wenden,

  • wenn Frust oder Unsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen ihre Stimmung drückt, 
  • wenn sie gestresst sind im Familienleben oder nach Elterntrennung,
  • wenn sie unter bedrückenden Gedanken oder Gefühlen wie Unruhe, Langeweile, Wut, Angst, Verzweiflung oder   Traurigkeit leiden, 
  • wenn sie sich um ihre schulische oder berufliche Zukunft sorgen oder
  • wenn sie einfach nicht weiter wissen.

Jugendliche wie Marcel und Lena (Namen von der Redaktion geändert) werden von verständnisvollen Beraterinnen oder Beratern mit ihren Anliegen, Fragen und Sorgen ernst genommen und akzeptiert. Sie finden Unterstützung, wenn sie von Erwachsenen oder Gleichaltrigen bedroht oder schlecht behandelt werden und können sich über Rechte und Pflichten, sowie über Unterstützungsangebote der Jugendhilfe informieren.
Jugendberatung ist kostenlos und die Gespräche werden vertraulich behandelt, auch gegenüber Eltern oder Lehrkräften.
Auf Wunsch können Jugendliche auch kurzfristig einen Beratungstermin bekommen und nach Absprache auch ein persönliches Gespräch in ihrer Nähe verabreden, z. B. im Jugendzentrum, im kirchlichen Gemeindehaus oder im Zimmer des Beratungslehrers ihrer Schule.
Alle Beratungsgespräche unterliegen den Grundsätzen der Freiwilligkeit, Anonymität, Verschwiegenheit, Parteilichkeit und Eigenverantwortung. Beratung kann nur sinnvoll sein, wenn Menschen sie aus eigenem Interesse in Anspruch nehmen. Wer seinen Namen nicht nennen möchte, findet in den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle trotzdem persönliche Ansprechpartner. Die Fachkräfte sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Jugendliche und sein persönliches Anliegen stehen im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen junge Anrufer, Lösungen zu finden, Lösungsschritte zu erarbeiten und die Folgen des eigenen Handelns abzuwägen.
Wenn es sinnvoll ist und ausdrücklich nur mit dem Einverständnis der Anrufer, sprechen die Mitarbeiter auch mit anderen Einrichtungen oder nehmen Kontakt mit anderen Personen auf, die für den Ratsuchenden unterstützend sein können.
Im Landkreis Cuxhaven lebende Jugendliche finden einen aufmerksamen und verständnisvollen Zuhörer oder eine aufmerksame und verständnisvolle Zuhörerin in den Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern des Landkreises Cuxhaven in Bremerhaven in der Borriesstraße 48 unter Tel. 0471 / 20458 und in Otterndorf in der Marktstraße 1 unter Tel. 04751 / 911311 oder unter E-Mail beratungsstelle@landkreis-cuxhaven.de.

Quelle: Foto: www.pixelquelle.de