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11.09.2020

Aufbau eines "Torfmoosmesspegels" im KlimaMoor "Am Löh", Ahlen-Falkenberg

In der vergangenen Woche wurde im KlimaMoor „Am Löh“ im Ahlen-Falkenberger Moor von der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven ein Pegel zur Messung des Torfmooswachstums in dem im vorherigen Winter renaturierten Teilgebiet installiert. Dies ist eine von diversen Maßnahmen, um das Ergebnis der Renaturierung zu dokumentieren.

Das KlimaMoor „Am Löh“ ist eine Kooperation zwischen der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven und dem Landkreis Cuxhaven mit der Klimapatenschaft GmbH aus Elmshorn.

Ziel des Projektes „KlimaMoor am Löh“

Ziel des Projektes „KlimaMoor am Löh“ ist es, zunächst ein Teilgebiet, und im weiteren Verlauf ggf. eine ausgeweitete Fläche des Ahlenmoores, zu renaturieren. Dies erfolgt primär durch eine Wieder-Anhebung und Regulation des Moorwasserstandes bei gleichzeitiger Reduktion der Abfluss- und Verdunstungsrate sowie anschließenden Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen. Hierdurch soll ein wachsendes Hochmoor geschaffen werden, welches Kohlenstoff bindet. Mehr Informationen gibt es auch auf der Homepage zum Projekt, http://klimamoor.de/ sowie der Homepage der Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven, www.naturschutzstiftung-cuxhaven.de

Unterstützung der Maßnahme durch den Erwerb von Regionalen CO2-Zertifikaten

Für das KlimaMoor „Am Löh“ ergibt sich auf einer Fläche von gut 50 ha durch die laufenden und geplanten Vernässungsmaßnahmen eine Einsparung von gut 30.000 t CO2 Äquivalenten über die nächsten 50 Jahre. Bei den Bilanzierungen wird standardmäßig von „CO2-Äquivaltenten“ (CO2 Äq) und nicht von CO2 gesprochen, da neben CO2 auch Methanemissionen in die Berechnung einfließen.

Die berechnete festgesetzte Menge an Kohlenstoff wird in Form von CO2e-Zertifikaten in den freiwilligen Emissionshandel eingebunden und zu Klimakompensationsmaßnahmen an Unternehmen ausgegeben. Diese Zertifikate können auf der Internetseite des KlimaMoores, http://klimamoor.de/, erworben werden.

Maßnahmen zur Zielerreichung

Um die geplante Reduzierung der Emissionen zu erreichen, wurden im vergangenen Winter in einem ersten Schritt Grabenstaue und Verwallungen in den zentralen Bereichen des Projektgebietes angelegt, so dass Regenwasser zurückgehalten und ein hoher, naturnaher Wasserstand erreicht wird.

Monitoring der Maßnahmen durch den Torfmooswachstumspegel

Torf ist der Stoff, aus dem Moore sind. Und Torf entsteht, zumindest in einem Hochmoor wie dem Ahlenmoor, zum größten Teil aus moortypischen Arten wie den Torfmoosen. Diese Torfmoose haben jedoch besondere Ansprüche, damit sie gut wachsen können. Dazu gehört neben ausreichendem Sonnenlicht auch eine möglichst ganzjährige Versorgung mit Wasser. Aus diesem Grund eignen sich die Torfmoose als Bioindikatoren, um den Erfolg einer Wiedervernässung messen zu können – wachsen die Torfmoose gut, so kann davon ausgegangen werden, dass ein moortypischer Wasserstand erreicht wurde.

Um diesen Erfolg auch nach außen hin sichtbar zu machen, hat die Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven einen Messpegel eben für diese Torfmoose installiert. An diesem Pegel kann nun regelmäßig das Wachstum der Moose abgelesen werden.

Das Ahlenmoor

Etwa ein Drittel der deutschen Moore liegen in Niedersachsen, wobei der Landkreis Cuxhaven zu den moorreichsten Landkreisen zählt und dadurch eine besondere Verantwortung für den Schutz der Moore erhält.

Das Ahlen-Falkenberger Moor (kurz: Ahlenmoor) liegt im Herzen des Landkreises Cuxhaven und bildet den Kern der Naturschutzgebiete „Ahlen-Falkenberger Moor, Halemer/Dahlemer See“ (NSG-CUX 7) und „Am Flögelner See“ (NSG-CUX 18), sowie dem FFH-Gebiet „Ahlen-Falkenberger Moor, Seen bei Bederkesa“ (DE2218301).

Ursprünglich hatte das Ahlenmoor eine Ausdehnung von etwa 4.000 ha. Auch heute noch handelt es sich um einen der bedeutendsten und zum Teil noch naturnahen und weitgehend intakten Hochmoorkomplexe Niedersachsens.

Emissionen aus entwässerten Mooren

Moore sind Landschaften, in denen sich über Jahrtausende abgestorbene und nur zum Teil zersetzte Pflanzenreste zu „Torf“ zusammengesetzt haben. Diese sich im Torf angesammelten Pflanzenresten bestehen zu 50-60% aus Kohlenstoff. Durch die Entwässerung der Moore gelangt Sauerstoff in den Boden, der Torf wird zersetzt und es gelangen große Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre. So verlieren unsere Moore jährlich etwa 1-2 cm an Höhe. Daher spielen Moore eine entscheidende Rolle wenn es darum geht, die bestehenden Treibhausgasemissionen zu senken.

Die wichtigste Methode, um Emissionen aus Moore zu vermeiden, ist daher ihre Wiedervernässung, da es einen Zusammenhang zwischen Wasserstand und Treibhausgasemission gibt: Je tiefer der Wasserstand, umso mehr Treibhausgase werden freigesetzt. Ein erhöhter Wasserstand führt also dazu, dass Emissionen aus Mooren gemindert werden. Doch Moore können noch mehr: Im naturnahen Zustand sind sie sogar in der Lage, Kohlenstoff der Atmosphäre zu entziehen und zu speichern. Dafür allerdings ist sowohl ein angepasster Wasserstand als auch das Vorhandensein einer Vegetation aus hochmoortypischen Arten von Nöten.

Die Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven

Die Naturschutzstiftung des Landkreises Cuxhaven ist eine rechtsfähige Stiftung des privaten Rechts. Seit ihrer Gründung ist die Naturschutzstiftung zu einem fest etablierten Element im Projektmanagement des Landkreises Cuxhaven geworden. Momentan kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Betreuung von 25 Projekten auf gut 1000 ha Fläche. Die gute und regelmäßige Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren (Behörden, Vereinen, Landwirtschaft, etc.) gehört dabei zum Tagesgeschäft. Durch den Einsatz einer Landschaftspflegegruppe ist zudem eine starke praktische Ausrichtung gegeben. Alle Bereiche zusammen sorgen dafür, dass die Naturschutzstiftung schnell und effizient in vielen Disziplinen tätig wird.

Das Wirkungsgebiet der Naturschutzstiftung ist eines der am besten mit Mooren ausgestatteten Gebiete. Daher ist ein Schwerpunktbereich ihrer Arbeit seit Jahren die Pflege, Entwicklung und Renaturierung von Moorlandschaften.

Die Klimapatenschaft GmbH

Die Klimapatenschaft GmbH aus Elmshorn übernimmt den Vertrieb für den Verkauf der CO2-Zertifikate.

Die Klimapatenschaft GmbH berät Kunden in allen Bereichen der Organisationsführung, um ein nachhaltiges Management einzuführen – innovativ, pragmatisch und effizient. Eine besondere Expertise besitzt das Beratungsunternehmen auf dem Gebiet des CO2-Managements für Unternehmen und Organisationen, sowie der Erstellung von gezielten Klimastrategien, bis hin zur Klimaneutralität. Dabei wird auf langjährige Erfahrungen aus Wirtschaft, Finanzen und Nachhaltigkeitsmanagement zurückgegriffen. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Arbeit der Klimapatenschaft GmbH ist die Planung, Vermarktung und begleitete Durchführung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten.

Fotos finden Sie unter dem Link:
https://cloud.landkreis-cuxhaven.de/index.php/s/2cZipsWYDz254WC

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven