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29.04.2021

Kindertagespflege spielt in der Pandemie ihre Stärken aus

Die Kindertagespflege ist vor allem für Eltern von Kindern unter drei Jahren eine interessante Betreuungsalternative.

Das gilt umso mehr während der Pandemie, denn die Kindertagespflege ist insgesamt weniger von den Einschränkungen betroffen, als Kindertageseinrichtungen. Mit den Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, müssen sich die Kindertagespflegepersonen aber ebenso beschäftigen. In der öffentlichen Diskussion kommt diesem Betreuungsangebot häufig dennoch wenig Beachtung zu.

Während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr war die Notbetreuung zunächst auf die kritische Infrastruktur beschränkt. Zahlreiche Eltern stellten in dieser Zeit Härtefallanträge für die Betreuung ihrer Kinder, um den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden. An der Notbetreuung hat sich auch ein Großteil der knapp 110 Kindertagespflegepersonen im Landkreis Cuxhaven beteiligt. Da sie selbstständig tätig sind, sah sich der überwiegende Teil mit finanziellen Einbußen bis hin zum Verlust sämtlicher Einnahmen konfrontiert. Mit der Fortzahlung der durchschnittlichen Vergütung durch den Landkreis Cuxhaven konnten diese Folgen abgemildert werden.

Während die Betreuung in den Kindertagesstätten immer wieder eingeschränkt ist, kann die Kindertagespflege bereits seit dem 11.05.2020 wieder vollständig angeboten werden. Dies hängt unter anderem mit der geringen Betreuungsanzahl von max. 5 Kinder gleichzeitig zusammen. Die Kindertagespflege leistet damit besonders während der Pandemie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Familien. Für die Kinder ist Verlässlichkeit und Kontinuität genauso weiterhin sichergestellt wie auch die Wahrnehmung des Förder- und Bildungsauftrags.

Die Betreuung der Kinder, die überwiegend jünger als drei Jahre sind, an die Erfordernissen dieser Zeit anzupassen, ist nicht einfach. Die erforderlichen Hygienemaßnahmen lassen sich in der Kindertagespflege nicht immer umsetzen. Bei kleinen Kindern sind besondere Schutzmaßnahmen kaum möglich. Die Kinder orientieren sich sehr an Mimik, Gestik und Stimme der Bezugsperson. Das Tragen eines Mundschutzes würde die Kinder verunsichern und verängstigen. Andererseits ist der Kontakt zu den Eltern nicht wie vorher möglich. Mit Unterstützung des Familien- und Kinderservicebüros haben die Kindertagespflegepersonen jeweils ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet.

Neben diesen fachlichen Fragen belastet der Schutz der eigenen Familie, die Betreuung der eigenen Kinder und eine mögliche Vorerkrankung einige Kindertagespflegepersonen zusätzlich.

Trotz aller Schwierigkeiten ist diese Betreuungsform ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der betreuten Kinder. Sie stellt Verlässlichkeit und Kontinuität sicher, nimmt den Förder- und Bildungsauftrag wahr und ermöglicht den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Kindertagespflegepersonen zeichnen sich durch hohes Einfühlungsvermögen, Kreativität und eine hohe Flexibilität aus. Das Angebot ist damit besonders in der Pandemie für Eltern von jüngeren Kindern eine attraktive Alternative.

Den allermeisten Kindertagespflegepersonen ist es im vergangenen Jahr gelungen, ihr Betreuungsangebot an die Gegebenheiten anzupassen. Nur etwa 10% haben ihre Tätigkeit beendet. Zu dieser Entscheidung haben neben familiärer Belastung oder mangelnder Betreuungsplätze auch Altersgründe geführt.

Fragen zum Thema Kindertagespflege beantwortet die Fachberatung für Kindertagespflege des Landkreises Cuxhaven.

Der Bundesverband für Kindertagespflege macht in der kommenden Woche im Rahmen einer Aktionswoche auf das Angebot, die Situation aber auch die Möglichkeiten in der Kindertagespflege aufmerksam.

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven