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23.05.2019

Wespen und Hornissen - Kreisverwaltung präsentiert neues Beraternetz

Für ein friedliches Miteinander mit Hornissen und Wespen sowie ausführliche Beratung bei auftauchenden Problemen hat das Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven eine kreisweite Hornissen- und Wespenberatung aufgebaut.

Nachdem im Frühjahr eine Schulung von Imkern und anderen Naturinteressierten unter Leitung des Diplom-Biologen Rolf Witt, einem ausgewiesenen Experten in Sachen Bienen, Wespen und Hummeln, durchgeführt werden konnte, ist der Landkreis Cuxhaven bei diesem Thema nunmehr breiter aufgestellt.


Landrat Kai-Uwe Bielefeld begrüßt das Engagement der Beraterinnen und Berater ausdrücklich und dankt herzlich für die Unterstützung.
Die Beratenden informieren während der Sommer- und Herbstmonate Bürgerinnen und Bürger telefonisch - bei Bedarf auch vor Ort - über die Lebensweise der Insekten und können so oftmals Betroffenen unbegründete Ängste und Sorgen nehmen. Ziel ist es, ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Wespen zu ermöglichen.
Lästig werden dem Menschen überhaupt nur zwei der insgesamt 13 staatenbildenden Wespenarten. Dies sind die noch recht häufigen, individuenreichen Arten Deutsche und Gewöhnliche Wespe, die uns in den Sommermonaten an der Kaffeetafel den Kuchen oder beim Grillen das Grillfleisch streitig machen. Alle anderen Arten meiden den Menschen.
Alle wildlebenden Tierarten, somit auch die oben genannten Arten, dürfen ohne vernünftigen Grund nicht vernichtet werden (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). Die größte unserer heimischen Wespenarten, die Hornisse, und auch Hummeln und Wildbienen, stehen sogar unter dem besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung.


Den ihr vorauseilenden schlechten Ruf hat die Hornisse völlig zu Unrecht. Sie ist die am wenigsten aggressivste Wespenart. Dass drei Hornissenstiche einen Menschen töten, ist reiner Aberglaube. Wer sich ruhig und besonnen verhält, kann ein Hornissenvolk in unmittelbarer Nähe des Nestes ungefährdet beobachten.


Zum großen Teil können die Nester der Wespen nach Beratung und entsprechender Aufklärung an Ort und Stelle verbleiben. In manchen Fällen erfolgt die Umsiedlung eines Nestes. Nur in wenigen Einzelfällen ist eine Beseitigung erforderlich.
Der ökologische Nutzen der Tiere ist unbestritten. Zur Versorgung ihrer Brut benötigen Wespen und Hornissen tierisches Eiweiß in Form von Insekten, wie beispielsweise Fliegen oder Mücken. Ein ausgewachsenes Hornissenvolk vertilgt beispielsweise täglich bis zu 500 Gramm Insekten. Die Wespenarten haben eine Lebensdauer von ca. einem halben Jahr. Im Frühling, meistens Anfang Mai, wacht die Königin aufgrund der steigenden Temperaturen aus ihrer Winterstarre auf. Sie gründet ein neues Volk, das im August seine größte Individuenstärke aufweist. Danach beginnen die Wespen durch Nahrungsmangel und sinkende Temperaturen zu sterben, so dass bis in den späten Herbst hinein (Anfang September bis Ende Oktober, je nach Art) fast alle Wespen gestorben sind. Auch die alte Königin und Gründungsmutter des Wespenvolkes stirbt. Nur die neuen Jungköniginnen suchen nach der Paarung einen Überwinterungsunterschlupf zum Beispiel unter Rinde oder im Totholz, um im Frühjahr ein neues Volk zu gründen. Das Nest ist zum Herbstende verlassen und wird auch im nächsten Jahr nicht wieder besiedelt.


Nähere Informationen zu dem Thema sowie die Kontaktdaten der Beraterinnen und Berater sind auf der Homepage des Landkreises Cuxhaven unter https://www.landkreis-cuxhaven.de/Themenbereiche/Natur/Tiere zu finden.

Autor/in: PresseInformationsDienst des Landkreises Cuxhaven