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Zuviel Herbstlaub?

Eine Laubmiete ist eine kostengünstige und arbeitsparende Alternative - ein Tipp zur Grünabfallverwertung im eigenen Garten

Der Umgang mit dem anfallenden Herbstlaub ist aufgrund der Menge nicht immer einfach. Wer die Hilfestellung des Landkreises bei der Laubentsorgung nicht annehmen möchte, dem bietet sich als Alternative die Kompostierung im eigenen Garten - die sinnvollste Verwertung überhaupt. Denn Laub ist kein Müll, der entsorgt werden muss. Geschickter ist die Ausnutzung der Kräfte, die seit Jahrmillionen den Naturkreislauf in Schwung halten und die auf Vergehen immer wieder auch Entstehen folgen lassen. Laub sollte aus diesem Grund im eigenen Garten verbleiben.

Von Rasenflächen und Wegen muss dicht liegendes Laub zwingend entfernt werden. Zum einen verfault unter einer kompakten Abdeckung der Rasen. Zum anderen könnte auf Wegen Rutschgefahr aufkommen. Deshalb harkt man am besten das Laub unter Büsche und Bäume oder nutzt es als Mulchschicht für Blumenbeete. So werden die notwendigen Nährstoffe Stauden und Bäumen für das Frühjahr zur Verfügung gestellt und der Zukauf von Dünger unnötig. Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen. Praktisch in diesem Zusammenhang ist zum Beispiel ein Beet mit Johannisbeersträuchern mit einem Laubhaufen zentral auf dem Grundstück. So hat man keine weiten Wege, und die niedrigen raumgreifenden Äste halten das Laub auch im stärksten Wind fest. So ein Laubhaufen gibt auch vielen Tieren das, was diese brauchen: Ein dauerhaftes, wärmendes Winterquartier, eine kurzzeitige Deckung oder eine ergiebige Nahrungsquelle in der Winterzeit.

Große Mengen Laub, wie sie alte, stattliche Bäume liefern, lassen sich allerdings nur schwer auf die oben beschriebene Weise im Garten unterbringen. Abhilfe könnte hier eine Laubkompostmiete in Rechteckform schaffen - ein echter Hingucker! Dabei wird die Miete mit Pflöcken und Maschendraht rechteckig eingezäunt. Das spart Platz. Höhe und Breite sollten mindestens einen Meter betragen. Die Länge richtet sich nach der anfallenden Laubmenge. Eine Schmalseite wird zunächst offen gelassen, um während der Zeit des Laubfalls die Miete leichter befüllen zu können. Wenn der Maschendraht nicht ganz bis zum Boden reicht, stehen die Chancen übrigens gut, dass ein Igel einzieht. Eine solche Miete kann über Jahre genutzt werden.

Soll der Rotteprozess beschleunigt werden, muss Laub mit anderen Grünabfällen gemischt werden: Fallobst, Rasenschnitt, Obst- und Gemüseabschnitte, also Grünabfälle, die viel Stickstoff enthalten. Auch sollten dann Äste und Staudenstängel als Abstandshalter nicht fehlen, damit Sauerstoff in die Miete einströmen kann. Bei hartblättrigem Laub mit hohem Gerbsäureanteil beschleunigt eine Kalkgabe (Muschelkalke, Gesteinsmehle) die Rotte erheblich, da die im Blatt enthaltene Säure neutralisiert wird.