GAK-Förderung Hagener Königsmoor
Durch die Wiedervernässung des ebenfalls industriell abgetorften Hagener Königsmoors in den 2000er Jahren ist das Moor heute durch ein engräumiges Mosaik aus Wollgras- und Moorheidestadien, Gagelgebüschen, jungen Moorwäldern sowie sauren naturnahen Gewässern mit Schwingrasen und nährstoffarmen Sümpfen gekennzeichnet. In den vergangenen Jahren sind die ehemals weitläufig offenen Moorflächen immer mehr mit jungen Birken zugewachsen. Im Herbst 2022 wurden daher erstmals große Teilbereiche der Wollgras- und Moorheidestadien entkusselt. Die Wiederherstellung der hochmoortypischen Biotope wurde nun im Winter 2023/2024 fortgesetzt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Heimatverein Burg zu Hagen e.V. konnten mehrere Privateigentümer_innen für das Vorhaben gewonnen werden und so mehrere Flächen wertvoller Moorregenerationsstadien entkusselt werden. Durch die Maßnahmen konnten großflächig offene Moorflächen wiederhergestellt und Verbindungen zwischen den Flächen geschaffen werden. Hiervon profitieren zum einen Pflanzenarten der Hochmoore wie Torfmoose, Rosmarinheide, Moosbeere oder Rundblättriger Sonnentau und zum anderen charakteristische, an den Lebensraum angepasste Insektenarten. Aufgrund der sensiblen Vegetation und des teils sehr nassen Untergrundes wurden die Flächen ausschließlich manuell bearbeitet. Trotz der niederschlagsreichen und somit sehr schwierigen Bedingungen des vergangenen Winters konnten alle Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden.
Neben Gehölzentnahmen wurde außerdem die verbesserte Wasserhaltung im Gebiet in Angriff genommen – ein wesentlicher Baustein für die langfristige naturnahe Entwicklung von Mooren. Hierfür wurden zum einen größere Abschnitte eines bestehenden Torfdamms maschinell gemulcht und dieser so von Gehölzen befreit und verfestigt und zum anderen eine weitere Torfverwallung gebaut. Letztere ersetzt dabei mehrere nicht mehr funktionstüchtige Grabenstaue, so dass der oberflächliche Wasserabfluss aus dem Gebiets reduziert wird. Zusätzlich wurden zur Erhöhung der strukturellen Vielfalt kleinere wasserführende Senken angelegt und der dabei gewonnene Boden zur Stabilisierung bereits bestehender Dämme und zur Anlage von Grabenstauen genutzt.
Durch unsere Instandsetzungs- und Pflegemaßnahmen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten die bereits angestoßenen positiven Entwicklungen der Flächen fortgesetzt werden. Um diese langfristig zu sichern, sind auch in diesem Jahr regelmäßige Erfolgskontrollen und eine Dokumentation der Maßnahmenflächen im Zuge der Arbeit der Ökologischen Station der BioS vorgesehen.