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06.06.2019

Die Rückkehr der Rosinenbomber - 70 Jahre Berliner Luftbrücke

Ein einmaliges Erlebnis erwartet die Besucherinnen und Besucher am Donnerstag, den 13. Juni 2019 gegen 9 Uhr auf dem Seeflughafen, Sea-Airport Cuxhaven, Nordholz.

Am 12. Mai 2019 jährte sich das Ende der sowjetischen Blockade West-Berlins zum siebzigsten Mal. Während des Blockadezeitraums wurde die Stadt durch die Westalliierten ausschließlich aus der Luft versorgt. Dieses Ereignis markierte den Beginn der Ost-West-Konfrontation, die als Kalter Krieg die kommenden Jahrzehnte bestimmen sollte. In Erinnerung an diese historische Leistung führt der Förderverein Luftbrücke Berlin 70 e.V. Rund- und Sternflüge über Deutschland durch.

Von den damals beteiligten Flugzeugen existieren weltweit nur noch wenige Exemplare. Diese werden durch private Liebhaber, Stiftungen, Museen und Vereine mit großem Engagement flugfähig gehalten und gepflegt. Die Maschinen der Typen DC3 / C 47, DC4 und JU 52 machen sich von den unterschiedlichsten Plätzen der Welt auf den Weg nach Berlin. Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Luftbrücke für die heutige Generation sichtbar und erlebbar sein.

Eine kleine Abordnung von 3 Maschinen kommt nach Nordholz und wird auf dem Sea-Airport Cuxhaven/Nordholz erwartet. Das Marinefliegerkommando Nordholz unterstützt im Vorfeld des diesjährigen Tages der Bundeswehr die Durchführung dieser Veranstaltung. Die Anwesenheit der historischen Luftfahrzeuge bietet der interessierten Öffentlichkeit die einmalige Gelegenheit, vielleicht zum letzten Mal, originale Luftfahrzeuge der Berliner Blockade und diesen prägenden Teil deutscher Geschichte persönlich und unmittelbar erleben zu können.

Eines der Flugzeuge, die C-47 "That´s all Brother", ist darüber hinaus ein ganz besonderes Stück fliegende Geschichte: sie führte als Leitflugzeug über 800 Maschinen an, die 1944 am D-Day 13.000 Fallschirmjäger absetzten und ist somit umso mehr eine an diesem Tag erlebbare Erinnerung daran, dass Freiheit und Demokratie erkämpft werden mussten.

Hintergrund

1948 – Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) schränkte den Güter- und Personenverkehr der Westalliierten sowie der Zivilisten in und aus den Westsektoren des geteilten Berlins immer mehr ein. Auf Anordnung des Chefs der Sowjetischen Besatzer, Wassili Danilowitsch Sokolowski, blockierte man ab April 1948 eine Reihe von Straßen im sowjetischen Sektor für Transporte in die Westsektoren. Briten und US-Amerikaner reagierten kurz darauf mit der „kleinen Luftbrücke“, die zwei Tage lang ihre Garnisonen in Berlin versorgen musste.

Die am 20. Juni 1948 von den Westalliierten durchgeführte Währungsreform in den drei Westzonen nahm die sowjetische Besatzung zum Anlass, eine unbefristete Blockade einzuleiten. Die Berliner Blockade begann, nichts ging mehr. Jede Versorgung wurde aus der sowjetischen Zone unterbrochen. Zunächst wurden die Westsektoren Berlins von der Stromversorgung abgeschnitten. Es folgte die Unterbrechung des gesamten Güterverkehrs als auch des Personenverkehrs auf Straßen, Schienen und einige Tage später - entgegen der schriftlichen Zusage von 1946 - auch zu Wasser von den westlichen Besatzungszonen nach West-Berlin. Die Regierungen der Westmächte hatten zwar mit einer Reaktion auf die Währungsreform gerechnet, aber diese totale Blockade traf sie weitgehend unvorbereitet. Der Militärgouverneur der US-amerikanischen Zone, Lucius D. Clay, setzte sich mit seinem Engagement für eine Luftbrücke ein, um die Versorgung der Bürger West Berlins mit Lebensmitteln und Gütern sicherzustellen. Zahlreiche Piloten und Flugzeuge mehrerer Nationen nahmen teil.

Alle möglichen Flugzeugtypen flogen verschiedene Ziele in Berlin an, einschließlich Landungen auf der Havel bei Kladow mit britischen Flugbooten. Die Anflugstrecken zum damaligen Flughafen Tempelhof und dem während der Blockade erbauten Flughafen Tegel führten über dicht besiedeltes Stadtgebiet, wo sich viele Kinder nach der Schule versammelten, um auf die Rosinenbomber zu warten. Die Helden dieser weltweit einmaligen humanitären Hilfsaktion und Solidarität waren die Flieger und Bodencrews der „Rosinenbomber“. Der Name Rosinenbomber nimmt Bezug auf freiwillige Hilfspakete, die die US-amerikanischen Flugzeugbesatzungen vor der Landung und vor der eigentlichen Verteilung an kleinen selbstgebastelten Fallschirmen aus den Flugzeugen warfen, um den wartenden Kindern eine Freude zu machen. Die abgeworfenen Päckchen enthielten meistens Schokolade, Kaugummi und vermutlich auch Rosinen.

Termin

Donnerstag, den 13. Juni 2019. Gegen 09:00 Uhr Landung der drei Maschinen auf dem Marineflieger- und Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz.

Folgende drei Maschinen werden erwartet:

  1. C-47 N47TB – "That´s all Brother" aus den USA
  2. Lisunov Li-2 HA-LIX "Kármán Tódor" aus Ungarn
  3. DC-3 N431HM aus der Schweiz

Nach dem Ausrichten der Flugzeuge erfolgen kurze Begrüßungen. Anschließend werden die Maschinen für zirka 2 Stunden der Öffentlichkeit zur Besichtigung (Static Display) freigegeben. Crews und Maschinen werden dem Publikum ganz nah zur Verfügung stehen. Die "Abholung" durch andere 9 Rosinenbomber ist gegen 11:30 Uhr geplant.

Weitere Informationen dazu sind auf der Webseite https://foerderverein-luftbruecke-berlin-70.de zu finden.

Der Zugang zum Veranstaltungsgelände ist kostenlos und barrierefrei. Eine besondere Anmeldung ist nicht nötig.

Hinweise für Medienvertreter und Besucher:

Die Öffentlichkeit sowie Medienvertreter sind zum Besuch der Rosinenbomber herzlich eingeladen. Damit diese Veranstaltung zu einem Erfolg wird, bittet die Flughafen-Betriebsgesellschaft Cuxhaven/Nordholz mbH alle Besucherinnen und Besucher darum, einige Hinweise zu beachten.


Sicherheitshinweise

Es findet eine Personen- und Gepäckkontrolle statt. Hunde und andere Haustiere dürfen nicht auf das Veranstaltungsgelände. Verboten sind zudem:

  • Glasflaschen und Gläser
  • Waffen, Messer etc.
  • Flaschen über 1000 ml
  • Reizstoffe
  • große Taschen / Rucksäcke (größer A4)
  • Lärminstrumente
  • Laserpointer
  • Fahrräder
  • Drohnen
  • sonstige gefährliche Gegenstände

Rechtehinweis

Zur Dokumentation der Veranstaltung werden Foto- und Filmaufnahmen angefertigt. Die Besucherinnen und Besucher erklären mit ihrer Teilnahme an der Veranstaltung ihr Einverständnis mit der Bildaufnahme und der Veröffentlichung dieser Aufnahme.

Die Adresse des Seeflughafens lautet:

Flughafen-Betriebsgesellschaft Cuxhaven/Nordholz mbH
Walter-Carstens-Str. 1
27639 Wurster Nordseeküste
Webseite: www.sea-airport.de

Autor/in: Jörg-Christoph Binsack