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19.12.2025

Blei im Trinkwasser und Sanierungsfrist von noch vorhandenen Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026

In älteren Häusern, die vor 1973 gebaut wurden, gibt es teilweise noch Bleirohre. Diese Rohre können Blei ins Trinkwasser abgeben, insbesondere wenn das Wasser lange in den Leitungen steht. Blei stellt ein gesundheitliches Risiko dar, da es das Nervensystem und die Blutbildung schädigen kann. Besonders bei Kindern kann Blei die Lernfähigkeit, Aufmerksamkeit und das Hörvermögen beeinträchtigen. Über das Trinkwasser gelangt Blei in den Körper, wo ein Teil ausgeschieden wird, während der andere Teil in Knochen und Zähnen gespeichert bleibt. In besonderen Situationen, wie bei Krankheit oder Schwangerschaft, kann dieses gespeicherte Blei wieder freigesetzt werden.

Aus diesem Grund ist die Nutzung von Bleirohren in der Trinkwasserinstallation inzwischen verboten. Vorhandene Bleirohre müssen bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden (§17 TrinkwV 2023). Die Pflicht zum Austausch oder zur Stilllegung trifft auch auf Bleiinstallationen zu, die innen mit einer Beschichtung (z.B. Epoxidharzen) versehen wurden.

Sollten in Ihrem Haus noch Bleirohre vorhanden sein, finden Sie hier wichtige Informationen:

Wie erkennen Sie, ob Ihre Wasserleitungen aus Blei bestehen?

An folgenden Merkmalen können Sie Bleileitungen erkennen

  • Bleirohre sind oft gebogen und nicht gerade.
  • Sie haben eine graue Farbe, wenn sie nicht gestrichen sind.
  • Beim Klopfen auf die Rohre klingt es dumpf.
  • Blei lässt sich leicht mit einem harten Gegenstand einritzen.
  • Die Lötstellen an den Bleirohren sind oft wulstig und nicht glatt.

Informationen zu den einzelnen Bildern:

  • Bild 1 : Bleirohre lassen sich aufgrund der Biegsamkeit in Bögen verlegen
  • Bild 2 : Bleirohre sind weich und lassen sich mit einer Münze einritzen. In der eingeritzten Stelle blitz dann das blanke Blei
  • Bild 3 : Die Rohrenden sind ineinander geschoben und dort tulpenähnlich verlötet. Farbanstriche(so wie hier in weiß) haften nur sehr schlecht auf Blei
  • Bild 4 : Im Rahmen einer zurückliegenden Teilsanierung wurde eine Kupferleitung (unten) mit einer Bleileitung (oben) verbunden

Wie können Sie feststellen, ob Ihr Trinkwasser mit Blei belastet ist?

Lassen Sie Ihr Trinkwasser in einem Labor untersuchen. Es gibt keine Schnelltests für zu Hause. Eine Liste der zugelassenen Labore in Niedersachsen finden Sie hier https://www.nlga.niedersachsen.de/trinkwasser/uebersicht-205214.html 

Es gibt auch die Möglichkeit sich nach vorheriger Terminabsprache ein sogenanntes Bleiset im Kreishaus, Bereich Gesundheit, abzuholen. Das ist dann zwar keine zertifizierte Probenahme, sie kann aber Hinweise auf vorhandene Bleileitungen geben.

Was müssen Sie tun, wenn Ihr Haus noch Bleirohre hat?

Bleirohre müssen bis zum 12. Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden.
Insbesondere Vermieter sind verpflichtet, dies rechtzeitig zu erledigen. Eigenheimbesitzer, die ihr Haus selbst bewohnen und nicht vermieten, haben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, beim Gesundheitsamt eine Fristverlängerung zu beantragen.

Es ist wichtig, dass Sie sich mit einer Fachfirma in Verbindung setzen, um die notwendigen Schritte zur Entfernung oder Stilllegung der Bleileitungen zu besprechen. Dies gewährleistet, dass die Trinkwasserversorgung in Ihrem Haus sicher ist und den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Detaillierte Informationen zu Ihren Betreiberpflichten und Antragsformulare für eine Fristverlängerung finden Sie hier

Was können Sie tun, wenn Ihr Trinkwasser mit Blei belastet ist? 

Folgende Maßnahmen können helfen:

Lassen Sie das Wasser laufen, bis es kalt wird, bevor Sie es trinken oder nutzen. So entfernen Sie das stehende Wasser, das sich mit Blei angereichert haben kann, aus den Leitungen.
Die Bleileitungen müssen entweder stillgelegt oder vollständig entfernt werden. Wenn Sie Mieter sind, informieren Sie Ihren Vermieter über diese Verpflichtung. Als Eigentümer finden Sie hier weitere Informationen 

Muss Ihr Vermieter Sie über Bleirohre informieren?

Ja, Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, Mieter darüber zu informieren, ob es Bleirohre gibt oder es anzunehmen ist, dass Bleirohre vorhanden sind und wann diese ausgetauscht werden.

Wer muss Bleileitungen an das Gesundheitsamt melden?

Stellt ein Installationsunternehmen oder ein Wasserversorgungsunternehmen fest, dass Trinkwasserleitungen oder Teile davon aus Blei sind, so hat es dies dem Gesundheitsamt zu
melden. Meldeformulare finden Sie hier

Befinden sich in einer Wasserversorgungsanlage Trinkwasserleitungen oder Teilstücke aus Blei, muss der Betreiber der Wasserversorgungsanlage verschiedene Maßnahmen ergreifen.

  • Anzeige von Trinkwasserleitungen bzw. Teilstücken aus Blei
  • Antrag auf Verlängerung der Frist zur Beseitigung der Bleileitungen bzw. –teilstücke über den 12. Januar 2026 hinaus
  • Änderungsanzeige der Verbraucher einer Gebäude- bzw. Eigenwasserversorgungsanlage bei genehmigter Fristverlängerung
  • Nachweis zur Erfüllung der Pflicht zur Entfernung oder Stilllegung der Bleileitungen bzw. –teilstücke (unaufgefordert)

Bilder

Quelle und Bildrechte NLGA: https://www.nlga.niedersachsen.de/blei/bleileitungen-lassensich-leicht-erkennen-wenn-man-weiss-wie-sie-aussehen-205546.htm