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09.01.2026

Winterdienst im Landkreis Cuxhaven - Organisation, Ablauf und aktuelle Lage

Der Winterdienst im Landkreis Cuxhaven sorgt bei winterlicher Witterung für möglichst sichere Verkehrsverhältnisse auf den Kreisstraßen und den dazugehörigen Radwegen. 

Dabei stehen Verkehrssicherheit, Arbeitsschutz und Umweltverträglichkeit gleichermaßen im Fokus. In der öffentlichen Wahrnehmung wird Verkehrssicherheit häufig mit einem vollständig schnee- und eisfreien Straßenbild gleichgesetzt. Dies ist jedoch nicht erreichbar; das Verkehrssicherungsgebot verlangt einen zumutbaren und verkehrsgerechten Zustand. Der Winterdienst dient der Risikominderung, nicht der vollständigen Gefahrenbeseitigung.

Kreisstraßenmeistereien sind rund um die Uhr einsatzbereit 

Bei Schneefall und Glätte sind die Mitarbeitenden der Kreisstraßenmeistereien Hemmoor und Dorum rund um die Uhr einsatzbereit. Für den normalen Streudienst stehen je Schicht bis zu 12 Mitarbeitende bereit. Bei Schneeräumung erhöht sich die Zahl auf 16 bis 18 Mitarbeitende, die bei Bedarf kurzfristig alarmiert werden.
Sogenannte Melder kontrollieren bei prognostizierten Temperaturen unter +4 °C bereits zwischen 2:30 und 4:00 Uhr morgens den Straßenzustand an besonders kritischen Stellen. Ab etwa 3:00 Uhr werden die Streu- und Räumtrupps alarmiert und beginnen – je nach Wohnort – zwischen 3:30 und 4:00 Uhr ihren Einsatz. In der Regel erfolgt morgens ein Umlauf, bei entsprechender Wetterlage zusätzlich ein weiterer Einsatz am Abend. Ein Streuumlauf dauert bei reiner Glätte etwa 4 bis 5 Stunden und bei Schneefall etwa 6 bis 8 Stunden. Bei starkem Schneefall können diese Zeiten deutlich länger ausfallen.

Einsatzpläne, Fahrzeuge und Strecken im Landkreis Cuxhaven 

Die Kreisstraßenmeistereien Hemmoor und Dorum des Landkreises Cuxhaven sind zuständig für 481 Kilometer Kreisstraßen und rund 158 Kilometer Radwege im Verlauf von Kreisstraßen. Diese Strecken sind in sogenannte Streubezirke mit festen Routen eingeteilt. Der Winterdienst erfolgt nach festgelegten Einsatzplänen. Selbst bei optimaler Organisation kann der Winterdienst nicht gleichzeitig auf allen Strecken präsent sein. Die zeitliche Staffelung der Einsätze ist eine zwingende Folge begrenzter personeller und technischer Ressourcen. Dabei gilt die Differenzierung zwischen Hauptverkehrsstraßen, Nebenstraßen und untergeordneten Verbindungen. Innerhalb der Streubezirke gibt es festgelegte Einsatzrouten. Besonders verkehrswichtige Strecken werden bevorzugt behandelt. Ziel ist es, mit möglichst wenig Leerfahrten eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Die Kreisstraßen außerhalb der Ortschaften werden im Rahmen des Winterdienstes nach besten Kräften im Rahmen der personellen Verfügbarkeiten geräumt und gestreut. Die Kreisverwaltung erhält dabei auch Unterstützung durch beauftragte Privatfirmen und Lohnunternehmer.
Bei starkem oder anhaltendem Schneefall kann es vorkommen, dass sich nach der Räumung erneut Schnee auf der Fahrbahn ablagert. Ist der Schnee erst einmal festgefahren, kann ein Schneepflug die Schneedecke nicht mehr lösen oder abtragen. Er gleitet dann lediglich über die harte Schneedecke hinweg, ohne diese wirksam zu räumen.
Im Einsatz sind regelmäßig 8 Großfahrzeuge (Lkw bzw. Unimogs; je 4 in Dorum und Hemmoor) und 4 Radwegfahrzeuge (je 2 in Dorum und Hemmoor). Zusätzlich werden bei starkem Schneefall 4 bis 6 vertraglich gebundene private Fahrzeuge eingesetzt, um die Einsatzfähigkeit zu erhöhen.

Streusalz wird gezielt eingesetzt 

Für die Wintersaison hält der Landkreis Cuxhaven 900 bis 1.200 Tonnen Streusalz vor. Es wird regelmäßig nachbestellt. Aufgrund der aktuell sehr hohen Nachfrage sind die Lieferzeiten deutlich länger geworden. Der Landkreis bemüht sich dennoch, die Einsatz- und Handlungsfähigkeit jederzeit aufrechtzuerhalten. Zum Einsatz kommen moderne Streugeräte, die eine genaue Dosierung von 5 bis 40 Gramm pro Quadratmeter ermöglichen. Zusätzlich wird befeuchtetes Salz (Sole) eingesetzt, da trockenes Streusalz leichter verweht. Der Grundsatz lautet dabei: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Zuständigkeiten und Räumbedingungen 

Es gibt unterschiedlichen Zuständigkeiten für Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen. Innerorts sind grundsätzlich die Kommunen für den Winterdienst zuständig. Teilweise gibt es jedoch aus wirtschaftlichen Aspekten heraus Vereinbarungen, wonach der Landkreis auch innerorts tätig wird, um durchgängige Räum- und Streumaßnahmen zu gewährleisten.
Räum- und Streufahrzeuge benötigen eine Durchfahrtsbreite von mindestens 3 Metern. Beim Räumen der Fahrbahn wird Schnee zwangsläufig an den Straßenrand geschoben. Es ist organisatorisch und personell nicht möglich, private Zufahrten oder Gehwege gesondert freizuräumen, da sich der Einsatz des Landkreises auf die Fahrbahnen konzentriert. Dieses Vorgehen ist bundesweit üblich und unvermeidbar.

Aktuelle Lage 

Die derzeitige Wetterlage wird als typisch winterlich eingeschätzt und ist nicht mit Extremsituationen etwa in Mittelgebirgsregionen vergleichbar. Der Landkreis Cuxhaven ist darauf gut vorbereitet und die Mitarbeitenden leisten den Winterdienst nach besten Kräften.
Herausfordernd ist insbesondere der häufige Wechsel zwischen Frost und Tauwetter. Dadurch kann Wasser in kleinste Risse im Asphalt eindringen, gefrieren und so langfristig zu Schlaglochbildung führen. Diese Frostschäden treten im Winter verstärkt auf und werden die Straßenbaulastträger sowie Verkehrsteilnehmenden auch in den kommenden Monaten begleiten.

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven