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Arbeitskreis Wolf: Firma stellt Zaunsystem vor / Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen berichtet 09.05.2018

Die Mitglieder des „Arbeitskreis Wolf im Landkreis Cuxhaven“ begrüßten in ihrer letzten Sitzung zahlreiche Gäste.
Zunächst berichteten Vertreter der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.“ (GEH) von ihrer Arbeit. Die GEH wurde 1981 gegründet und hat mittlerweile über 2.200 Mitglieder, darunter viele Landwirte, Nebenerwerbslandwirte und Züchter alter Haustierrassen. Der Sprecher der Regionalgruppe Elbe-Weser-Dreieck, Wolfgang Schüßler, führte aus, wie durch die GEH Erhaltungsmaßnahmen initiiert, Züchtungen angestrebt und Kontakte zwischen staatlichen Institutionen, Verbänden und Organisationen mit ähnlicher Zielsetzung hergestellt werden. Darüber hinaus wird die Vermarktung von Qualitätsprodukten gefährdeter Rassen gefördert und Öffentlichkeitsarbeit geleitstet. Schüßler stellte die Probleme dar, die sich für Tierhalter mit der Rückkehr von Wölfen ergeben. Neben hohem bürokratischem Aufwand bei der Beantragung von Zuschüssen für einen wolfssicheren Grundschutz und offenen rechtlichen Fragen wurden auch Befürchtungen vor einer großflächigen Einzäunung der hiesigen Kulturlandschaft geschildert.
Hier setzte der Vortrag von Olaf Menzel als Vertreter der Zaunbaufirma Rappa an, der ein flexibles System zum Auf- und Abbau elektrischer Zäune mit bis zu fünf Litzen vorstellte und mit dieser Art der Zaunsetzung eine weitläufige und großflächige Zäunung gerade verhindern möchte. Gegenüber herkömmlichem manuellem Aufbau ist diese Art des Zaunbaus verhältnismäßig günstig, extrem zeitsparend und überaus anpassungsfähig auch an schwierige Bodenverhältnisse. Dies bietet Hobby- und Nutztierhaltern die Möglichkeit, ihre Weideflächen flexibler und schneller wolfssicher zu zäunen und zeitnah zwischen einzelnen Flächen zu wechseln.
Der Schäfer Horst Fick aus Wanna konnte von persönlichen positiven Erfahrungen mit dem Rappa-Zaunsystem auf seinen Flächen berichten. Insbesondere die flexible Handhabung und die Möglichkeit, auf Geländeunebenheiten reagieren zu können, begeistern Fick an dieser Art der Zäunung.

Abschließend berichtete Nicole Benning von der Schäferei Wümmeniederung aus Scheeßel von ihren Erfahrungen mit Wolfsbegegnungen und dem Umgang mit dem Thema in ihrem Betrieb. Es werden ca. 800 Schafe auf etwa 120 Hektar Gesamtfläche gehalten. Nach einem Wolfsübergriff im Jahr 2012 arbeitet die Schäferei Benning seitdem sehr erfolgreich mit Herdenschutzhunden und stromführenden Flexinetzzäunen. Durch diese Maßnahmen konnten bisher weitere Übergriffe verhindert werden, obwohl sich die Flächen der Schäferei im Einzugsgebiet von mehreren Wolfsrudeln befinden.

Insgesamt machten die Gäste deutlich, dass für jeden Hobby- und Nutztierhalter eine individuelle wolfsabweisende Lösung gefunden werden muss. Insbesondere muss hierbei flexibel auf die unterschiedlichen Bodenverhältnisse reagiert werden. Das Rappa-Zaunsystem stieß bei den Arbeitskreis-Mitgliedern auf großes Interesse und wird bei weiteren Überlegungen im Zusammenhang mit einem möglichen Pilotprojekt zur Erprobung verschiedener Maßnahmen zur Wolfsabwehr sicherlich eine wichtige Rolle spielen.

 

 


Autor: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven