Wiederinbetriebnahme der Schwebefähre Osten
12.04.2006

Schwebefähre Osten

21.04.2006

Rund 1,2 Mio € flossen in die Sanierung der Schwebefähre

Nach gut vier Jahren wird die Schwebefähre Osten wieder ihren Dienst aufnehmen.

Zur offiziellen ersten Fahrt wird am 21.04.2006 eine große Anzahl geladener Gäste erwartet. Unter anderem wird die Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Frau Dr. Christiane Segers-Glocke, ein Grußwort sprechen und die Zeitschrift „Berichte zur Denkmalpflege“ vorstellen, die sich dieses Mal schwerpunktmäßig mit der Geschichte und Sanierung der Schwebefähre Osten befasst.

Fahrten mit der Schwebefähre werden im Verlauf des Tages für alle Besucher kostenfrei angeboten. Man wird sich allerdings daran gewöhnen müssen, dass die alte Stahldame von nun an ohne das bislang typische Rumpeln und Quietschen wieder wie einst ganz ruhig und elegant ihre Fahrt über die Oste aufnimmt.
In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurde das fast hundertjährige technische Baudenkmal, die Schwebefähre Osten, grundlegend saniert und instand gesetzt. Neben der Wiederherstellung des Antriebes als technische Voraussetzungen für ein reibungsloses Verfahren der Gondel wurde auch die gesamte Konstruktion der Schwebefähre entrostet und mit neuem Korrosionsschutz versehen.
Begonnen hatte alles im Herbst 2001, als die Schwebefähre aufgrund von festgestellten Schäden unbekannter Herkunft an der Konstruktion stillgelegt werden musste. Nach zahlreichen Untersuchungen und Prüfungen konnte dann durch das Ingenieurbüro Dr. Schippke + Partner aus Hannover die Schadensursache ermittelt und ein Gutachten für die Sanierung aufgestellt werden.

Ab Herbst 2003 wurden vom Landkreis Cuxhaven die ersten Förderanträge bei diversen Behörden und Stiftungen gestellt. Das heutige Amt für Landentwicklung, der Bund, das Land, die Metropolregion Hamburg Niedersachsen, die EWE-Stiftung und die Nds. Lottostiftung sowie die Gemeinde Osten und die Samtgemeinde Hemmoor beteiligten sich an der Finanzierung des ersten Bauabschnittes, der die Wiederherstellung der Fahrbereitschaft beinhaltete.

In diesem Bauabschnitt, der sich letztendlich auf etwa 440.000 € bezifferte, wurden die beiden abgängigen Motoren durch einen neuen Motor ersetzt, alle Antriebskomponenten wie Lager, Getriebe, Wellen etc. auf ihren Erhalt geprüft, aufgearbeitet oder erneuert. Die Stahlteile, die die Hauptträger mit der Gesamtkonstruktion verbinden, wurden entrostet und mit neuem Korrosionsschutz versehen. Ferner wurden die elektrischen Anlagen auf ihren Erhaltungszustand überprüft bzw. erneuert.

 
Nach erfolgter Ausschreibung wurde im August 2004 mit der Einrüstung der beiden Hauptträger, auf denen die Gondel über die Oste geführt wird, begonnen. Unter der Leitung vom Ingenieurbüro Dr. Schippke wurde von Hemmoorer Seite aus mit den Stahlbau- und Korrosionsschutzarbeiten an den Trägern begonnen. Beauftragte Firmen waren ThyssenKrupp Marine Systems Nobiskrug aus Rendsburg sowie Korro-Service aus Büttel.
Von Ostener Seite wurden parallel hierzu von Firma Empting aus Cuxhaven die Antriebskomponenten saniert bzw. erneuert. Firma Uhtenwoldt aus Oberndorf übernahm die Elektroarbeiten.

Leider stellte sich während des Vorhabens heraus, dass die vier großen Laufräder nicht wieder verwendet werden konnten. Die Anfertigung dieser Bauteile erwies sich als sehr zeitaufwendig und führte dazu, dass die erste Probefahrt mit dem neuen Antrieb erst im August erfolgte, zu einem Zeitpunkt, als bereits die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt anliefen.

Im zweiten Bauabschnitt, der zunächst kostenmäßig mit 750.000 € veranschlagt worden war, sollte die gesamte Konstruktion entrostet und mit neuem Korrosionsschutz versehen werden. Hierzu musste die gesamte Schwebefähre eingerüstet und mit Schutzfolien abgeplant werden.
Den Zuschlag für die Arbeiten erhielt die Arbeitsgemeinschaft Altenwerder Schiffswerft / Sibau Repair aus Hamburg, die aufwendigen Gerüstarbeiten wurden durch Firma Bassenberg & Schwarting aus Brake erbracht.

Eine Finanzierung dieses Bauabschnittes wurde wieder von den Finanzierungsträgern ermöglicht, die bereits den ersten Bauabschnitt unterstützt hatten. Des Weiteren beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten finanziell an den Baukosten.

Nach anfänglich gutem Verlauf der Arbeiten stellte sich heraus, dass die Konstruktion doch erheblich mehr Schäden aufwies als zunächst angenommen worden war. Insbesondere in den oberen Fachwerkbereichen platzten die alten ausgedünnten Farbschichten bei den Überprüfungen ab und legten große Roststellen und Durchrostungen frei. Eine Anzahl von Fachwerkstreben musste komplett ausgewechselt werden.

Schnell wurde klar, dass die ursprünglich veranschlagten Mittel nicht ausreichen würden, um eine fachgerechte Instandsetzung zu gewährleisten. Um den knappen Zeit- und Finanzierungsrahmen nicht zu gefährden, war eine schnelle Entscheidung erforderlich, ob das gesamte Vorhaben eingestellt werden muss oder durch Einsparungen, zum Beispiel durch Nichtsanierung der Pfeiler auf Ostener Seite, im kleineren Rahmen noch weiter fortgesetzt werden kann. Beide Möglichkeiten hätten jedoch das Gesamtprojekt in Frage gestellt, so dass schließlich doch einer Nachfinanzierung des Vorhabens zugestimmt wurde.

Der Bund und das Land Niedersachsen erklärten sich bereit, ihre bereits bewilligten Zuwendungen noch etwas zu erhöhen. Die Samtgemeinde Hemmoor, die Gemeinde Osten, die Fördergesellschaft zur Erhaltung der Schwebefähre Osten und der Landkreis selbst erhöhten ihre Anteile an der Gesamtfinanzierung, die sich nun insgesamt auf etwa 1.260.000 € belief. Die Sanierung konnte daraufhin wie geplant fortgesetzt werden.

Durch erhöhten Personaleinsatz auf der Baustelle gelang es, bis Ende des Jahres die Arbeiten an der Konstruktion fertig zu stellen und die letzten Gerüste abzubauen, so dass der kostenintensive Winterbau auf ein Minimum reduziert werden konnte.

Im März 2006 wurden dann die letzten Arbeiten auf der Gondel durchgeführt. Hierbei führte die Arbeitsgemeinschaft Altenwerder Schiffswerft / Sibau Repair die Korrosionsschutzarbeiten am Fahrstand und auf der Gondelplattform durch, von der Tischlerei Gätke aus Osten wurden Dach, Verglasungen und Wände des Fahrstandes erneuert. Firma Uhtenwoldt baute die Bedienelemente in den Fahrstand ein. Nach den erfolgreich verlaufenden Abnahmen und Probefahrten wurde Anfang April das Wartungspersonal von den Firmen eingewiesen.

Das Foto in Originalgröße findne Sie hier:

Autor: PresseInformationsDienst des Landkreises Cuxhaven