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Internet Vulnerabilität - Gefahren durch Sturmfluten, Deichbrüche und Überflutungen

Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels in der Kulturlandschaft erfordert spezifische Instrumente für die Einwohnerinnen und Einwohner, für die Akteure aus Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz und für die Verwaltung. Der Landkreis Cuxhaven hat deshalb einen Vulnerabilitätskartendienst aufgebaut, der Informationen über die Auswirkungen von Extremereignissen bündelt - hier der Gefahren durch Sturmfluten, Deichbrüche und Überflutungen.

Etwa 65,5 % der Fläche des Landkreises Cuxhaven sind im Schutz der Deiche und Sperrwerke gelegen. 

Kartendienst Vulnerabilität - Gefahren durch Sturmfluten, Deichbrüche und Überflutungen

Dieser Kartendienst befasst sich mit der Modellierung von Überflutungen infolge von Sturmfluten und möglichen Deichbrüchen im Landkreis Cuxhaven. Es ist das Ziel, das regionale Risikomanagement, den Bevölkerungsschutz sowie den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung zu unterstützen. Analysiert werden die Sturmflut 1976 (SF76) und die Bemessungssturmflut (BSF) mithilfe eines Hydronumerik-, eines Wellen- und eines Überflutungsmodells.

Für die beiden Sturmflutszenarien wird die hydrodynamische Belastung anhand der Ergebnisse des Hydronumerik- und des Wellenmodells berechnet. Die hydrodynamische Belastung ergibt sich aus der Summe des Sturmflutscheitelwasserstandes und der maximalen signifikanten Wellenhöhe und zeigt die bei Sturmfluten besonders belasteten Bereiche der Küstenlinie des Landkreises Cuxhaven. An Stellen mit erhöhten hydrodynamischen Belastungen werden zusätzliche Deichbruchstellen definiert.

Im Überflutungsmodell werden insgesamt 30 Deichbruchstellen betrachtet. 26 Deichbruchstellen wurden zu Projektbeginn festgelegt. Diese decken die gesamte Küstenlinie des Landkreises Cuxhaven ab. Vier Deichbruchstellen wurden im Projektverlauf zusätzlich an Küstenbereichen mit einer erhöhten hydrodynamischen Belastung definiert. Für diese vier Deichbruchstellen wurden Simulationen mit unterschiedlichen Deichbruchweiten durchgeführt. Die Modellergebnisse verdeutlichen, dass bei vollständigen Deichbrüchen große Flächen überflutet werden können. Infrastruktur wie Straßen und Bahndämme kann die Ausbreitung des Wassers verzögern, aber nicht vollständig verhindern. Die Überflutungstiefen variieren zwischen 1,5 m und 6,0 m, abhängig von den Geländeverhältnissen und den vorhandenen baulichen Barrieren.

Im Hinblick auf die Reihenfolge der Darstellung der Deichbruch-Simulationen im Kartendienst werden zunächst die Simulationen für die vier Deichbruchstellen mit den höchsten hydrodynamischen Belastungen dargestellt, für die Sturmflut 1976 (SF76) und die Bemessungssturmflut (BSF), jeweils mit der angenommenen Deichbruchweite von 200 m. Die Deichbruchweiten von 50 m und 100 m sowie – im Falle der Deichbruchstellen an Nordsee, Außenweser und Unterelbe – zusätzlich 400 m sind in diesem Prototyp (noch) nicht dargestellt.
Anschließend werden die Simulationen für Nordsee, Außenweser, Unterweser und Unterelbe dargestellt, für die Sturmflut 1976 (SF76) und die Bemessungssturmflut (BSF), jeweils mit einer angenommenen Deichbruchweite von 200 m. Bei Nordsee, Außenweser und Unterweser sind die Simulationen nach der Kilometrierung angeordnet, somit von Süd nach Nord. Bei der Unterelbe ebenfalls nach den drei Kilometrierungen bzw. von West nach Ost.

Auf der Grundlage der DGM-W-Daten für Elbe und Weser wird eine Deichübersicht mit Deichhöhen und Deichneigungen erstellt. Um gefährdete Deichabschnitte zu ermitteln, werden Soll-Bestickhöhen nach Van Gent für beide Sturmflut-Szenarien berechnet. Die Soll-Bestickhöhen ergeben sich aus dem Sturmflutscheitelwassersand und der Wellenauflaufhöhe; sie werden punktuell entlang der Küstenlinie des Landkreises Cuxhaven berechnet. In die Ermittlung der Wellenauflaufhöhen gehen Daten aus der Deichübersicht und aus dem Wellenmodell mit ein. Die sich ergebenden Soll-Bestickhöhen werden mit den vorliegenden Deichhöhen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sturmflut 1976 (SF76) zu keiner Überflutung der Deiche führt. Bei der Bemessungssturmflut (BSF) ist demgegenüber der Großteil der Deichabschnitte gefährdet.

Weitere Angaben zu Anlass und Aufgabenstellung, zu den verwendeten Datengrundlagen, zur Auswertung von Messdaten zu Wasserstand, zu Windgeschwindigkeit und Windrichtung, zu den angewandten Modellen (Hydronumerikmodell, Wellenmodell und Überflutungsmodell) sowie zur Ermittlung der hydrodynamischen Belastung der Küsten des Landkreises Cuxhaven und zur Überflutung des Hinterlandes, zur Deichübersicht und zum im Rahmen des Projekts entwickelten QGIS-PlugIn sind dem Bericht zu entnehmen, der über den Kartendienst aufrufbar ist.

Um berechtigten Nutzerinnen und Nutzern einen Zugang einen Zugang zu dieser Gebietskulisse zu ermöglichen, wurde ein Kartendienst mit geschützten Internet-Verbindungen aufgebaut. Die Nutzung des Kartendienstes "Vulnerabilität - Gefahren durch Sturmfluten, Deichbrüche und Überflutungen" setzt die Einrichtung eines Benutzerkontos voraus. Hierzu wenden Sie sich bitte an Herrn Fokuhl und Herrn Rennemann (Landkreis Cuxhaven, Stabsstelle 06 - GIS-Service).

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