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15.09.2026

Lesung und Ausstellung: »Ankommen - Flucht, Vertreibung und ein neuer Anfang«

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Demokratie und Erinnerungskultur‘ lädt das Archiv des Landkreises Cuxhaven am kommenden Dienstag (22. September) um 19.00 Uhr zu einer Lesung in die Stadtscheune Otterndorf ein. Die Lesung bildet den Auftakt zu der Ausstellung „Ankommen – Flucht, Vertreibung und ein neuer Anfang“, in welcher der Bund der Vertriebenen an die Erfahrungen von Millionen Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Der Besuch der Lesung und der Ausstellung ist kostenfrei. Da für die Lesung nur eine begrenzte Platzzahl zur Verfügung steht, ist eine Anmeldung unter j.kuhnt@landkreis-cuxhaven.de erforderlich.

Krieg, Vertreibung, Neubeginn – Ankommen! - historischer Roman von Ulli Flessel

Der historische Roman ›Osterende‹ von Ulli Flessel (alias Prof. Ulrich Huse) erzählt die Geschichte zweier Familien im Schatten des Zweiten Weltkriegs. 1945 müssen die Rebuscheits aus Westpreußen flüchten und gelangen an die Niederelbe nach Otterndorf. Dort versuchen sie, Fuß zu fassen – kein einfaches Unterfangen in dieser schwierigen Zeit. Schließlich führt der Kontakt zu den Gerckens, einer benachbarten Bauernfamilie im Osterende, dazu, dass sich die beiden Familien durch eine Heirat verbinden. Doch vor dem endgültigen Ankommen in der neuen Heimat steht noch die Aufarbeitung der Vergangenheit.
Vor dem präzise recherchierten historischen Hintergrund entwickelt sich das Beziehungsgeflecht zweier Familien. Ihre Mitglieder lassen bei aller Individualität typisch deutsche, durch Krieg, Verrat und Vertreibung geprägte Schicksale des 20. Jahrhunderts lebendig werden. Der Roman zeigt anschaulich, dass die Themen von damals auch heute hoch aktuell sind.

Über den Autor

Der Autor wird aus seinem Roman lesen und über die Hintergründe berichten. Ulli Flessel ist das Pseudonym des ehemaligen Lektors und Hochschullehrers Ulrich Huse. Während seiner Zeit in verschiedenen deutschen Verlagen war er daran beteiligt, viele Manuskripte druckreif zu machen – darunter zahlreiche Bestseller. Als Professor der Stuttgarter Hochschule der Medien hat er anschließend 18 Jahre lang den Nachwuchs für die Verlagsbranche ausgebildet und an mehreren Fachbüchern mitgearbeitet.

Über die Ausstellung „Ankommen – Flucht, Vertreibung und ein neuer Anfang“

Flucht, Vertreibung und der schwierige Neubeginn gehören zu den prägenden Erfahrungen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Ausstellung „Ankommen“ des Bundes der Vertriebenen (BdV) widmet sich diesem wichtigen Kapitel und macht sichtbar, was es für die betroffenen Menschen bedeutete, ihre Heimat zu verlieren und sich in einer völlig neuen Umgebung ein neues Leben aufzubauen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs und in den Jahren danach waren Millionen Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen. Deutsche Bevölkerungsgruppen mussten insbesondere aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten sowie aus Siedlungsgebieten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa ihre Heimat verlassen. Viele flohen vor den heranrückenden Fronten, andere wurden nach Kriegsende unter oft sehr schwierigen Bedingungen zwangsweise ausgesiedelt. Die Wege führten häufig über große Entfernungen und unter dramatischen Umständen in die westlichen Besatzungszonen und in die spätere Bundesrepublik.
Für die Betroffenen bedeutete Flucht und Vertreibung nicht nur den Verlust von Haus und Besitz. Sie verloren vertraute Landschaften, Nachbarschaften, Arbeitsplätze und soziale Bindungen. Familien wurden auseinandergerissen, Menschen starben auf der Flucht oder an den Folgen von Hunger, Kälte und Krankheit. Besonders für Kinder und ältere Menschen waren die Erfahrungen traumatisch.

Ankommen – aber wo?

Der Titel der Ausstellung verweist auf eine zentrale Frage: Was bedeutet es, irgendwo anzukommen, wenn man seine Heimat verloren hat? Die Aufnahme der Vertriebenen stellte die Nachkriegsgesellschaft vor große Herausforderungen. Das Zusammenleben war deshalb nicht immer einfach. Vorurteile und Konflikte gehörten ebenso zur Geschichte wie Hilfsbereitschaft, gegenseitige Unterstützung und die allmähliche Integration. Viele Vertriebene begannen beruflich und gesellschaftlich ganz von vorne. Im Laufe der Jahrzehnte wurden sie zu einem wichtigen Bestandteil der Gesellschaft und trugen maßgeblich zum Wiederaufbau Deutschlands bei.
Die Ausstellung „Ankommen“ richtet den Blick dabei nicht allein auf historische Ereignisse und politische Entscheidungen. Sie fragt auch nach den persönlichen Geschichten hinter den großen Zahlen.

Öffnungszeiten und Führung

Die Ausstellung wird vom 23.09.2026 bis 15.11.2026 im Kranichhaus - Museum des Landes Hadeln in Otterndorf, Reichenstr. 3, zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen sein. Diese sind bis zum 31. Oktober von mittwochs bis freitags 10 - 12 Uhr und 15 - 17 Uhr und samstags und sonntags von 15 - 17 Uhr. Ab November gelten die Winteröffnungszeiten des Kranichhauses: sonntags von 15 - 17 Uhr.

Am 8. Oktober 2027 um 18 Uhr findet in Kooperation mit der Volkshochschule im Kranichhaus eine Führung durch die Ausstellung zu dem Thema „Ankommen – die Integration von Vertriebenen“ statt. Interessierte Lehrkräfte sind ebenfalls herzlich eingeladen.

Fotos:

1: Foto zur Ausstellung „Angekommen“ (Bund der Vertriebenen)
2: Buchcover Osterende (Ulli Flessel)
3: Ulli Flessel (Maria Ebert)
4: Plakat zur Ausstellung (Bund der Vertriebenen)

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven