Gemeinsam in einem Boot - Kooperatives und sektorübergreifendes regionales Landschaftskonzept für die Geesteniederung
Die Geesteniederung ist Ziel- und Suchgebiet vielfacher Planungen und Konzeptionen. Die Zielrichtungen dieser haben sich in den vergangenen Jahren stets verändert und sind bisher in einem geringen Umfang umgesetzt worden. Die Akteurinnen und Akteure arbeiten bereits kooperativ an gemeinsamen Lösungen für die anstehenden komplexen Herausforderungen aus der Wasserrahmenrichtlinie, Natura2000, Klimaschutz, Klimafolgenanpassung, Ernährungssicherheit und Landwirtschaft auf organischen Böden. Mit allen Akteurinnen und Akteuren soll ein gesamträumliches Leitbild erstellt werden; dazu gehören Flächeneigentümer und -eigentümerinnen, insbesondere aktiv wirtschaftende Landwirtinnen und Landwirte. Ziel soll die Entwicklung und Definition von Zukunftsperspektiven für die Land- und Wasserwirtschaft gemäß den europäischen Richtlinien für Schutzgebiete Natura2000 und der Wasserrahmenrichtlinie sein.
Mit diesem kooperativen regionalen Landschaftskonzept soll transparent erarbeitet werden, wo in Zukunft bei flexibel gestalteten Wasserständen eine praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige landwirtschaftliche Nutzung aufrechtzuerhalten ist, die die Natur in ihrer ökologischen Leistungsfähigkeit unterstützt. Die unterschiedlichen Anforderungen aus Gemeindeentwicklung, Tourismus, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz sollen innerhalb dieses Konzeptes gesamtplanerisch koordiniert werden. So sind gewachsene landwirtschaftlich genutzte Flächen dauerhaft zu sichern und zudem Flächen für den Natur- und Klimaschutz zu fördern. Das flexible Wassermanagement soll dabei auch ein Hebel für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen und die Minimierung der Bodensackungen in dem Gebiet sein.
Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“ zu 90 % aus Mitteln des Wirtschaftsförderfonds des Landes Niedersachsen gefördert. Die Projektträgerschaft übernimmt die NBank. Ziel der Förderung sind der nachhaltige Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung des Wasserdargebots zur Anpassung der Wasserbewirtschaftung an den Klimawandel in Niedersachsen.
Projektlaufzeit
Mai 2023 – Dezember 2025
Projektablauf und -abschluss
Im September 2024 startete das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung, zu welcher die Projektbeteiligten aus der Gemeinde Beverstedt, der Stadt Geestland und der Gemeinde Schiffdorf, den Fachverbänden, dem Landkreis Cuxhaven und der Seestadt Bremerhaven zusammenkamen. Die fachtechnische Begleitung und Moderation lag – wie für die gesamte Konzepterstellung – bei den Planungs- und Beratungsbüros LAND Germany GmbH und Arcadis Germany GmbH.
Der Schwerpunkt dieser ersten Veranstaltung lag auf der Aufnahme der Defizite und Herausforderungen im Projektgebiet. Dazu wurden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken aus den sektorspezifischen Perspektiven vor dem Hintergrund der zu erwartenden klimabedingten Veränderungen diskutiert. Die Teilnehmenden kamen in sektorspezifischen Thementischen zu Landwirtschaft und Landnutzung, Wasserwirtschaft und Klimaanpassung, Naturschutz, Gemeindeentwicklung und Naherholung/Tourismus zusammen. Als Ergebnis des Workshops entstanden Karten des Projektgebiets, auf denen je nach Sektor Handlungsbedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten verortet wurden. Diese wurden im Anschluss in einem Potentialplan vom Planungsbüro LAND Germany weiterentwickelt.
Für die Konzeptfindung fanden Anfang 2025 vertiefende Workshops statt, um den Potentialplan mit den Vertreterinnen und Vertretern der vier Themenbereiche zu erörtern. Die Termine wurden für jeden Themenbereich einzeln durchgeführt. Ziel war es, Eintragungen im Potentialplan zu validieren und Lösungsansätze zu gewichten. Zu den einzelnen Terminen wurden die Speicherdefizite und das benötigte Speichervolumen des gesamten Gewässersystems als Grundlage für die genauere Betrachtung der Teilräume durch Arcadis Germany GmbH aufgezeigt. Aus dieser Workshopreihe gingen Interessenkarten der jeweiligen Sektoren hervor.
Beim gemeinsamen Workshop aller Projektbeteiligten im März 2025 wurde das heute messbare Defizit der Retentionsmöglichkeiten in der Geeste erläutert, sowie das durch den Klimawandel bedingt zukünftig benötigte Speichervolumen zur Reduzierung von Hochwassergefahren abgebildet. Der dringende Handlungsbedarf bei den Akteurinnen und Akteuren wurde damit wiederholt verdeutlicht. Aus den präsentierten Berechnungen wurden vom Auftragnehmer Ansätze zu möglichen Sommer- und Hochwasserverwallungen abgeleitet, welche als Diskussionsgrundlage für die Ausarbeitung der weiteren Schritte dienten.
Im Sommer 2025 wurden die Erkenntnisse zu den künftigen Entwicklungen und Handlungsbedarfen in der Geesteniederung bei einer Abendveranstaltung für die Mitglieder der kommunalen politischen Gremien dargestellt. Hinweise aus dem Plenum konnten in die Konzepterstellung aufgenommen werden. Gemeinsam mit den Ergebnissen des März-Workshops wurden weitere Rückmeldungen der Projektbeteiligten in das Konzept eingearbeitet. Nach einer mehrphasigen Korrekturschleife konnte das Landschaftskonzept für die Geesteniederung zu Ende 2025 finalisiert werden. Das Projekt wurde im Dezember 2025 abgeschlossen.