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Dr. Horst Rößler (Bremen):Historische Wanderungsbewegungen in und aus dem Elbe-Weser-Raum heraus

Menschen sind seit Jahrhunderten unterwegs - auf der Suche nach Arbeit, besseren Lebensbedingungen, einer neuen Heimat oder auch gezwungenermaßen.

06.10.2026
19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Archiv Landkreis Cuxhaven
E-Mail: j.kuhnt@landkreis-cuxhaven.de

Der Elbe-Weser-Raum war dabei keineswegs eine abgeschlossene Region. Im Gegenteil: Über Jahrhunderte kamen Menschen in die Region und verließen sie zeitweise oder dauerhaft. Diesen vielfältigen Wanderungsbewegungen widmet sich Dr. Horst Rößler in seinem Vortrag am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 19 Uhr in der Stadtscheune Otterndorf. Die Veranstaltung des Kreisarchivs ist Teil der Reihe »Demokratie und Erinnerungskultur« des Landkreises Cuxhaven, die sich 2026 schwerpunktmäßig mit Wanderungsbewegungen befasst. Der Elbe-Weser-Raum war dabei keineswegs eine abgeschlossene Region. Im Gegenteil: Über Jahrhunderte kamen Menschen in die Region und verließen sie zeitweise oder dauerhaft. Diesen vielfältigen Wanderungsbewegungen widmet sich Dr. Horst Rößler in seinem Vortrag am Dienstag, 6. Oktober 2026, um 19 Uhr in der Stadtscheune Otterndorf. Die Veranstaltung des Kreisarchivs ist Teil der Reihe »Demokratie und Erinnerungskultur« des Landkreises Cuxhaven, die sich 2026 schwerpunktmäßig mit Wanderungsbewegungen befasst.Unter dem Titel „Aus dem Elbe-Weser-Raum in die Fremde und Fremde im Elbe-Weser-Raum (ca. 1550–1914)“ nimmt Rößler unterschiedliche Formen der Migration in den Blick. Dabei geht es unter anderem um Hollandgänger, Wanderarbeiter, Ziegler, Migranten, Sträflinge und Auswanderer nach Übersee.

Eine wichtige Form der Arbeitsmigration waren die sogenannten Hollandgänger. Seit dem 17. und 18. Jahrhundert zogen tausende Menschen aus dem nordwestdeutschen Raum, darunter auch aus dem Elbe-Weser-Gebiet, saisonweise in die Niederlande. Sie verließen ihre Heimat meist im Frühjahr und kehrten im Spätsommer oder Herbst zurück. In den Niederlanden arbeiteten sie unter anderem beim Torfstechen, bei der Grasmahd und in der Landwirtschaft. Die oftmals harte und saisonale Arbeit ermöglichte ihnen, Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Familien in der Heimat unterstützten.

Ziegler und Ziegelarbeiter zogen beispielsweise über längere Zeiträume in andere Regionen, um dort auf Ziegeleien Arbeit zu finden. Hinzu kamen weitere Wanderarbeiter, Handwerker, Händler, Wandermusiker und Jahrmarktskünstler. Migration bedeutete somit nicht immer, die Heimat endgültig aufzugeben. Häufig war sie Teil einer Strategie, den Lebensunterhalt der Familie zu sichern und wirtschaftliche Not zu überbrücken.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderten sich die Wanderungsbewegungen. Die traditionelle Hollandgängerei verlor zunehmend an Bedeutung, während die Arbeitsmigration nach England und vor allem die Auswanderung nach Amerika immer wichtiger wurden. Für Menschen aus dem Elbe-Weser-Dreieck boten die Häfen von Bremen, Cuxhaven  und Bremerhaven einen naheliegenden Ausgangspunkt für die Reise über den Atlantik.

Der Vortrag beschäftigt sich dabei nicht nur mit den Gründen für Migration, sondern auch mit den konkreten Lebenswegen der Menschen: Wie wurden die Wanderungen organisiert? Welche Arbeit fanden die Menschen in der Fremde? Unter welchen Bedingungen reisten sie? Und was bedeutete es, die vertraute Heimat zu verlassen und sich andernorts eine neue Existenz aufzubauen?

Dr. Horst Rößler

Dr. Horst Rößler beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte von Migration und Arbeitswanderung. Er studierte in Marburg und Leicester (Großbritannien) und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an Forschungsprojekten zur historischen Arbeits- und Amerikawanderung an den Universitäten Oldenburg und Bremen tätig. Heute ist er Dozent an der Akademie für Weiterbildung der Universität Bremen, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf der Sozialgeschichte Bremens und des Elbe-Weser-Raums.

Rößler hat sich in seinen Forschungen und Vorträgen wiederholt mit der Geschichte der Auswanderung aus dem Elbe-Weser-Dreieck beschäftigt. Eine gemeinsam mit dem Bachmann-Museum herausgegebene Publikation widmet sich beispielsweise der Auswanderung aus dem zentralen Elbe-Weser-Dreieck von 1750 bis 1914 und untersucht deren Ursachen, Strukturen und die Lebensbedingungen der Menschen in der Fremde.

Der Vortrag in der Stadtscheune Otterndorf am 6. Oktober um 19 Uhr eröffnet damit einen besonderen Blick auf die Regionalgeschichte: Er zeigt, dass Mobilität, Migration und Auswanderung keine Erscheinungen der Gegenwart sind, sondern die Geschichte des Elbe-Weser-Raums bereits seit Jahrhunderten geprägt. Plätze stehen nach Verfügbarkeit bereit, eine Reservierung unter j.kuhnt@landkreis-cuxhaven.de  wird empfohlen.

Der Eintritt ist frei!