Das Schicksal der ostpreußischen Wolfskinder: Vortrag von Dr. Christopher Spatz
E-Mail: j.kuhnt@landkreis-cuxhaven.de
Einige gelangten in sowjetische Heime, andere flohen nach Litauen, wo sie sich mit Betteln und Gelegenheitsarbeiten durchschlugen. Jahrzehntelang fand ihr Schicksal kaum öffentliche Beachtung. Erst in den 1990er-Jahren wurde ihr Leid stärker wahrgenommen und die Forderung nach gesellschaftlicher Anerkennung laut.
Dr. Christopher Spatz hat die Lebensgeschichten dieser Kinder wissenschaftlich erforscht. In mehr als 50 Interviews sprach er mit Betroffenen und rekonstruierte ihre oftmals erschütternden Lebenswege. In seinem Buch lässt er die ehemaligen Wolfskinder selbst zu Wort kommen. 2017 begleitete er wissenschaftlich die Bemühungen um eine Entschädigung durch die Bundesrepublik Deutschland. 2019 erhielt er den Ostpreußischen Kulturpreis.
Nach einem einführenden Vortrag zur historischen Einordnung haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen und Erinnerungen einzubringen. Eine gemeinsame Abschlussdiskussion bietet Raum für den Austausch.
Die begleitende Ausstellung „Angekommen – Die Integration der Vertriebenen in Deutschland“ , die noch bis zu, 15.November 2026 im Kranichhaus in Otterndorf zu sehen ist,beleuchtet die Erfahrungen der bis zu 15 Millionen Deutschen, die infolge von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg in die deutschen Nachkriegsstaaten gelangten. Sie zeigt die Herausforderungen der Aufnahme und Integration sowie die Spannungen zwischen Vertriebenen und Alteingesessenen. Der Vortrag richtet den Blick dabei besonders auf das Schicksal der Kinder, die unter den Folgen von Flucht und Vertreibung in besonderer Weise litten.
Die Veranstaltung wird durch das Bundesministerium des Innern gefördert. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt ist, wird eine Platzreservierung unter der E-Mailadresse j.kuhnt@landkreis-cuxhaven.de empfohlen. Der Eintritt ist frei.