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29.07.2026

Moor-Netzwerk Elbe-Weser zieht positive Bilanz der Tarmstedter Ausstellung

Mehrere Dutzend Fachgespräche pro Messetag, gut besuchte TarmsTalks und Kontakte: Der gemeinsame Moor-Schwerpunkt auf der 76. Tarmstedter Ausstellung hat sich als Anlaufstelle für Landwirtschaft, Flächeneigentümer, Beratung und Wirtschaft bewährt.

Das Moor-Netzwerk Elbe-Weser blickt auf vier Messetage zurück. Vom 10. bis 13. Juli 2026 informierte das Netzwerk in der Zelthalle 6 über seine Arbeit, regionale Moorstandorte, Fördermöglichkeiten und Perspektiven für die künftige Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Moorböden. Das Team führte täglich zahlreiche Gespräche. Besonders groß war das Interesse am Freitag und am Montag. Viele Gäste kamen aus dem Elbe-Weser-Raum. Darunter waren Landwirtinnen und Landwirte, Flächeneigentümer, Bewirtschafter sowie Akteure aus Landschaftspflege, Beratung, Verwaltung, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft.

Ein häufiger Ausgangspunkt war die Situation auf den eigenen Flächen. Gemeinsam mit den Gesprächspartnern schaute das Team in digitale Moorkarten und ordnete die örtlichen Gegebenheiten ein. Danach ging es um mögliche Entwicklungsschritte. Dabei spielten die Palu-Förderrichtlinie des Bundes, die praktische Bewirtschaftung und mögliche Absatzwege für Moorbiomasse eine wichtige Rolle.

„Die Gespräche waren sehr konkret“, freut sich Welf Quassowsky, Projektleiter des Moor-Netzwerks Elbe-Weser. „Wir haben gemeinsam auf die Flächen geschaut und erörtert, welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten. Entscheidend ist, Förderung, Bewirtschaftung und wirtschaftliche Nachfrage zusammenzudenken. Nur dann entstehen Perspektiven, die für die Betriebe vor Ort tragfähig sind.“

Gemeinsamer Auftritt bündelte Fachwissen

Das Moor-Netzwerk war Teil eines gemeinsamen Moor-Ausstellungsbereichs. In direkter Nachbarschaft präsentierten sich die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, das Koordinierungszentrum Moorbodenschutz Niedersachsen – KoMoor –, die PaludiAllianz und das 3N Kompetenzzentrum.

Die Partner ergänzten sich fachlich. KoMoor informierte insbesondere über Fördermöglichkeiten und die Palu-Förderrichtlinie. Das 3N Kompetenzzentrum brachte seine Erfahrung zu Paludikultur, nachwachsenden Rohstoffen und Produktketten ein. Am Freitag und Montag wurde das Angebot zusätzlich durch Ansprechpartner des LivingLab Teufelsmoor, der Landwirtschaftlichen Moorschutzberatung Elbe-Weser und des Projektes RoNNi ergänzt.

Eine besondere Rolle nahm die PaludiAllianz ein. Sie bringt Unternehmen, Landwirtschaft, Wissenschaft und weitere Partner zusammen, um Wertschöpfungsketten für Paludikultur-Biomasse aufzubauen. Unternehmen entwickeln und erproben dabei konkrete Produkte und Verwertungswege. Für Landwirte und Flächeneigentümer ist das wichtig: Eine Umstellung kann nur wirtschaftlich tragfähig werden, wenn es verlässliche Abnehmer und langfristige Einkommensperspektiven gibt.

Der gemeinsame Auftritt zeigte, wie eng die einzelnen Bausteine zusammengehören. Besucher konnten Fragen zu Flächen, Förderung, Bewirtschaftung, Technik, Verarbeitung und Absatz direkt mit den zuständigen Fachleuten besprechen.

„Die künftige Nutzung der Moorböden lässt sich nicht von einem Akteur allein gestalten“, so Quassowsky. „Landwirtschaft, Flächeneigentümer, Beratung, Förderung, Forschung, Verarbeitung und potenzielle Abnehmer müssen zusammenarbeiten. Genau dafür schaffen wir als Netzwerk die notwendigen Verbindungen.“

Wirtschaftliche Perspektiven für Moorbiomasse

Viele Gespräche drehten sich um Produkte aus Biomasse von nassen oder wiedervernässten Moorstandorten. Diskutiert wurden unter anderem Verpackungen, Bau- und Dämmstoffe, Erosionsschutzmatten und Torfersatzstoffe.

Erste Produkte und Verfahren sind vorhanden oder werden erprobt. Für eine breitere Nutzung braucht es verlässliche Absatzmärkte, geeignete Ernte- und Verarbeitungstechnik sowie dauerhafte Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft.

Gute Resonanz auf die TarmsTalks

Ein weiterer Höhepunkt waren die beiden vom Moor-Netzwerk mitorganisierten TarmsTalks. Am Samstag und Sonntag waren die Sitzplätze weitgehend belegt. Auch aus dem Publikum kamen zahlreiche Fragen und Diskussionsbeiträge.

Am Samstag stand unter dem Titel „Nasse Bewirtschaftung – aus dem Moor in den Karton“ die praktische Nutzung nasser Moorflächen im Mittelpunkt. Landwirte und weitere Pioniere berichteten über ihre Erfahrungen und ihre Erwartungen an künftige Märkte. Zu den Gästen gehörte auch Karla Jabben aus dem Nachhaltigkeitsteam von OTTO. Das Unternehmen beschäftigt sich mit dem möglichen Einsatz von Paludifasern in Versandkartons.

Der zweite TarmsTalk am Sonntag widmete sich den „Wertschöpfungsalternativen aus dem Moor“. Vertreter aus Landwirtschaft, Forschung, Verarbeitung sowie der Torf- und Substratwirtschaft stellten verschiedene Ansätze vor. Im Mittelpunkt standen unter anderem Rohrkolben, Torfmoose, biobasierte Baustoffe und Torfersatzstoffe.

Viele Gespräche wurden nach den Podiumsrunden an den Ständen fortgesetzt. Dabei entstanden neue Kontakte für die weitere Zusammenarbeit. Die TarmsTalks dienten damit nicht nur der Information, sondern auch der Netzwerkarbeit.

Neue Kontakte und Exkursionen

Aus den Gesprächen am Messestand ergaben sich neue Kontakte zu möglichen Partnern. Bestehende Verbindungen zu Akteuren aus Landwirtschaft, Landschaftspflege, Beratung und Biomasseverwertung konnten vertieft werden.

Zugleich warb das Moor-Netzwerk für seine Fach- und Praxisexkursionen. Sie richten sich an Landwirte, Flächeneigentümer, Bewirtschafter, Lohnunternehmen und weitere Fachakteure. Im Mittelpunkt stehen Praxisbeispiele, Technik, Flächenmanagement und Wertschöpfung. Aktuelle Ziele, Termine und Anmeldemöglichkeiten sind unter www.moornetzwerk-elbeweser.de/exkursionen zu finden.

„Die Tarmstedter Ausstellung ist ein wichtiger Treffpunkt für die landwirtschaftliche Praxis“, bilanziert Quassowsky. „Wir nehmen viele Anregungen und neue Kontakte mit. Nach der positiven Resonanz freuen wir uns, auch im kommenden Jahr wieder gemeinsam mit unseren Partnern in Tarmstedt vertreten zu sein.“

Über das Moor-Netzwerk Elbe-Weser

Das Moor-Netzwerk Elbe-Weser ist ein gemeinsames Projekt der Landkreise Cuxhaven, Osterholz, Rotenburg (Wümme) und Stade. Es vernetzt Landwirtschaft, Flächeneigentümer, Kommunen, Verbände, Beratung, Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Ziel ist es, tragfähige Perspektiven für die Moorregion Elbe-Weser zu entwickeln. Das Moornetzwerk Elbe-Weser wird im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsregionen in Niedersachsen“ aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – EFRE – kofinanziert.

Autor/in: Presse- und InformationsDienst des Landkreises Cuxhaven