Was in der Biotonne landet, wird künftig zu Energie für die Region - Neue Bioabfallvergärungsanlage KENN soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen
Fleischreste, Kaffeesatz oder verdorbene Lebensmittel – was täglich in den Biotonnen der Region landet, steckt voller wertvoller Ressourcen. Künftig sollen diese Bioabfälle in der neuen Vergärungsanlage der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) in Pennigbüttel gleich doppelt genutzt werden: zur Gewinnung von regenerativer Energie und zur Herstellung von hochwertigem Kompost.
Hinter dem gemeinsamen Vorhaben stehen die Landkreise Cuxhaven, Osterholz und Verden sowie die Stadt Cuxhaven. Mit der neuen Anlage schaffen sie die Voraussetzungen, um die Bioabfälle aus ihren Entsorgungsgebieten künftig eigenständig und innerhalb der Region zu verwerten. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
An der gewohnten Sammlung der Bioabfälle ändert sich durch die neue Anlage nichts. Die Biotonnen werden weiterhin wie bisher bereitgestellt und geleert. Neu ist der Weg, den die Bioabfälle anschließend nehmen: Mit der gemeinsamen Anlage können die beteiligten Kommunen die Behandlung künftig selbst sicherstellen.
Das schafft langfristige Entsorgungssicherheit, stärkt die kommunale Eigenverantwortung und verringert die Abhängigkeit von externen Entsorgungskapazitäten und den Entwicklungen auf dem privaten Entsorgungsmarkt. Gleichzeitig ermöglicht der gemeinsame Anlagenstandort eine regionale Verwertung mit kurzen Transportwegen.
In der neuen Anlage im Entsorgungszentrum Pennigbüttel in Osterholz-Scharmbeck können künftig bis zu 50.000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr verarbeitet werden. Dabei kommt ein zweistufiges Verfahren zum Einsatz: Zunächst entsteht durch die Vergärung der Bioabfälle Biogas, das zu Biomethan aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden soll. Die verbleibenden Gärreste werden anschließend zu hochwertigem Kompost verarbeitet, der unter anderem in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.
Nach bisherigen Berechnungen könnte die erzeugte Energiemenge ausreichen, um rechnerisch etwa 1.300 bis 1.500 Haushalte mit Heizenergie zu versorgen. Damit werden aus den Bioabfällen der Region gleich zwei wertvolle Produkte gewonnen.
Damit aus Bioabfällen hochwertige Energie und Kompost entstehen können, kommt es auf die richtige Trennung an. Besonders problematisch sind Kunststoffe, Glas und andere Fremdstoffe, die die Verarbeitung erschweren und die Qualität des Komposts beeinträchtigen.
Was viele nicht wissen: Auch sogenannte kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. Denn selbst wenn sie als biologisch abbaubar gekennzeichnet sind, zersetzen sie sich während des Verwertungsprozesses nicht ausreichend schnell. Rückstände können die Qualität des fertigen Komposts beeinträchtigen. Wer seinen Bioabfall sauber sammeln möchte, kann stattdessen beispielsweise Papiertüten oder Zeitungspapier verwenden. Jeder Haushalt kann dazu beitragen, dass aus möglichst vielen Bioabfällen wertvolle Ressourcen gewonnen werden und diese im regionalen Kreislauf bleiben.
Unter www.ke-nn.de finden Interessierte weitere Informationen zur KENN, zur neuen Bioabfallvergärungsanlage und zur regionalen Verwertung der Bioabfälle.