Gut vorbereitet durch den Sommer: Vorsorge für heiße Tage
Die meisten Menschen freuen sich über warme Sommertage, doch hohe Temperaturen können auch zur Belastung werden. Sobald die Temperatur an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen über 28°C liegt, spricht man von einer Hitzeperiode. Gleichzeitig treten vermehrt sogenannte Tropennächte auf, in denen die Temperaturen nicht unter 20°C sinken. Solche Hitzeperioden belasten den Körper, erschweren den Alltag und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die körperliche Gesundheit dar. Hitze wirkt sich nicht nur auf den Menschen aus, auch die Natur verändert sich. Dies kann zu einer Veränderung der Artenvielfalt und somit zum erhöhten Auftreten von Krankheitserregern führen.
Warum Hitze gefährlich ist
1. Erhöhte Belastung des Herz-Kreislauf-Systems
Wenn es heiß ist, weiten sich die Blutgefäße in der Haut, damit Wärme abgegeben werden kann. Dadurch:
- sinkt der Blutdruck
- muss das Herz schneller schlagen, um den Kreislauf stabil zu halten
Für gesunde Menschen ist das meist gut zu bewältigen. Für ältere Menschen oder Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann diese zusätzliche Belastung jedoch kritisch werden.
2. Flüssigkeits- und Salzverlust
Der Körper kühlt sich durch Schwitzen. Dabei verliert er:
- Wasser
- wichtige Mineralstoffe (z. B. Natrium, Kalium)
Wenn dieser Verlust nicht ausgeglichen wird, kann es zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen.
3. Überhitzung des Körpers
Steigt die Körpertemperatur zu stark an, kann der Körper seine Temperatur nicht mehr ausreichend regulieren. Das kann zu:
- Hitzekrämpfen
- Hitzeerschöpfung
- im Extremfall zu einem Hitzschlag führen
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, weil der Körper seine Temperaturkontrolle verliert.
4. Belastung für Atmung und Stoffwechsel
Hitze kann auch:
- die Atmung erschweren
- bestehende Erkrankungen wie Asthma und Diabetes beeinflussen
- den Schlaf stören und dadurch die Erholung beeinträchtigen
Diese Effekte können sich besonders bei längeren Hitzeperioden verstärken.
Körperliche Symptome
Folgende Symptome sind Alarmzeichen für Hitzeerkrankungen:
- Ungewöhnliche Unruhe
- Schwindegefühl
- Übelkeit und Erbrechen
- Heiße, rote, trockene Haut
- Kopfschmerzen
- Starkes Durstgefühl
- Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Kreislaufkollaps
Was kann ich im Notfall tun?
Hitzschlag - was hilft? (Quelle: Deutsches Rotes Kreuz)
- Den vom Hitzschlag Betroffenen sofort in den Schatten bringen und seinen Oberkörper hochlagern. Wenn kein Schatten zu finden ist, eine Rettungsdecke als Schutz vor den Sonnenstrahlen nutzen.
- Wasser oder auch Getränke wie Fruchtsaftschorle oder Früchtetees zum Trinken anbieten - aber nur wenn der Betroffene bei vollem Bewusstsein ist.
- Wenn die Person benommen ist, Beine hochlagern.
- Bei Bewusstlosigkeit die stabile Seitenlage anwenden.
- Umgehend den Notruf 112 kontaktieren.
- Bewusstsein und Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kontrollieren.
- Kühlen des Körpers mit feuchten Tüchern, besonders im Bereich von Kopf und Nacken. Kein Eis direkt auf den Körper geben.
Empfohlene Schutzmaßnahmen
Die Sonne bestrahlt uns nicht nur mit sichtbarem Licht und Wärme, sondern auch mit ultravioletter Strahlung (UV-Strahlen), die für Menschen weder sichtbar, noch fühlbar ist. Die UV-Strahlung ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. Sie ist krebserregend und Ursache sofortiger und langfristiger Wirkungen an Haut und Augen. Sonnenschutz hilft und kann die Entstehung von Hautkrebs wirkungsvoll verhindern. Vermeiden Sie die direkte Sonneneinstrahlung (z. B. durch Kleidung) sowie durch den Einsatz von UV-Strahlen hemmenden Sonnencremes und Sonnenbrillen. (Quelle: "Der Hitzeknigge" vom Umweltbundesamt)
Lassen Sie sich den UV-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes mit tagesaktuellen Werten für Ihre Region anzeigen:
- Ausreichend trinken
- Trinken Sie regelmäßig Wasser - auch ohne Durstgefühl.
- Vermeiden Sie alkoholische und stark zuckerhaltige Getränke.
- Achten Sie darauf, dass Kinder und ältere Menschen genug trinken
- Wohnung und Haus kühl halten
- Lüften Sie früh morgens und spät abends.
- Halten Sie tagsüber Fenster und Rolläden geschlossen.
- Nutzen Sie Ventilatoren oder Verschattung.
- Körperliche Belastung reduzieren
- Verlegen Sie Aktivitäten in die kühlere Tageszeiten und planen Sie Pausen ein.
- Meiden Sie direkte Sonne in der Mittagszeit.
- Tragen Sie leichte, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung.
- Auf gefährdete Personen achten
- Ältere Menschen, Babys, Schwangere und chronisch Erkrankte benötigen besondere Aufmerksamkeit.
- Unterstützen Sie im Alltag, z. B. beim Einkaufen oder Trinken.
- Achten Sie auf Warnsignale wie Schwindel oder ungewöhnliche Müdigkeit.
- Tiere schützen
- Stellen Sie ausreichend Wasser und Schatten bereit.
- Lassen Sie Tiere niemals im Auto zurück.
- Verhalten im Freien
- Nutzen Sie Schatten und Sonnenschutzmittel, alternativ hilft eine Kopfbedeckung und lange, leichte Bekleidung.
- Planen Sie Pausen ein, besonders bei Arbeiten im Freien.
- Schützen Sie Kinder besonders sorgfältig.
- Hitze im Straßenverkehr
- Lassen Sie Kinder oder Tiere niemals im Auto zurück.
- Trinken Sie ausreichend bei längeren Fahrten.
- Bleiben Sie aufmerksam - Hitze kann die Konzentration beeinträchtigen.
- Informationen und Warnungen nutzen
- Nutzen Sie Wetter- und Warn-Apps.
- Beachten Sie Hinweise des Deutschen Wetterdienstes, des Landkreises und Ihrer Kommune vor Ort.
- Informieren Sie sich über lokale Angebote wie kühle Aufenthaltsorte.
- Hitze kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen (Quelle: Niedersächsisches Landesgesundheitsamt)
- Arzneistoffhaltige Pflaster können etwa stärker wirken, manche Arzneimittel können die Wirkung sogar ganz verlieren.
- Andere Medikamente können die Lichtempflindlichkeit der Haut erhöhen.
- Lassen Sie sich am besten hausärztlich oder in einer Apotheke beraten.
Warum Hitze auch an der Nordseeküste gefährlich ist
Viele Menschen schätzen das milde Klima und die frische Brise im Norden und nehmen Hitzeperioden als weniger bedrohlich wahr. Dieser Eindruck täuscht, denn auch im Landkreis Cuxhaven steigt die Zahl heißer Tage und Dürreperioden.
- Die Nordseebrise schützt nicht vor gesundheitlichen Risiken
Wind und kühlere Nächte vermitteln ein Gefühl von Erholung, doch der Körper bleibt bei hohen Temperaturen stark belastet. Besonders ältere Menschen, chronisch Erkrankte und kleine Kinder reagieren empfindlich auf Hitze. Selbst moderate, aber langanhaltende Wärmeperioden können Kreislaufprobleme, Erschöpfung oder Deydrierung auslösen. - Hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die Belastung
Die Nähe zur Nordsee bedeutet oft eine höhere Luftfeuchtigkeit. Dadurch kann der Körper schlechter schwitzen und sich weniger effektiv abkühlen. Schon Temperaturen um die 25–28 °C können dann als deutlich belastender empfunden werden als im trockenen Binnenklima. - Viele Touristinnen und Touristen unterschätzen die Belastung
Im Sommer besuchen viele Urlauberinnen und Urlauber den Landkreis Cuxhaven. Viele verbringen ihre Zeit im Freien, unterschätzen die Hitze oder sind mit den lokalen Bedingungen nicht vertraut. Das erhöht das Risiko für hitzebedingte Notfälle – sowohl an der Küste als auch im Binnenland. - Hitze betrifft den gesamten Landkreis Cuxhaven - nicht nur die Küste
Auch wenn der Landkreis Cuxhaven keine Großstädte mit dicht bebauten Flächen hat, kann sich Hitze im Binnenland dennoch deutlich bemerkbar machen. Das liegt an mehreren natürlichen und geografischen Faktoren, die in einer weitläufigen Region wie dem Cuxland eine wichtige Rolle spielen.
- Weniger Wind als an der Küste: Schon wenige Kilometer von der Küste entfernt nimmt die Nordseebrise ab. Wälder, Geländestruktur und größere Entfernungen vom Meer bremsen den Wind, sodass warme Luft weniger gut abtransportiert wird. Daduch kann sich Hitze in windgeschützten Bereichen stauen.
- Offene Flächen heizen sich schneller auf: Die vielen landwirtschaftlichen Flächen können sich tagsüber stark erwärmen. Besonders trockene Böden reflektieren die Hitze und geben sie an die Umgebung ab.
- Weite Wege bedeuten unterschiedliche Mikroklimata: Der Landkreis Cuxhaven ist groß und vielfältig. Zwischen Küste, Moorgebieten, Feldern, Wäldern und kleinen Ortschaften entstehen sehr unterschiedliche Mikroklimata.
- Die Bevölkerung im Landkreis Cuxhaven ist vergleichsweise älter
Ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Menschen lebt im Landkreis Cuxhaven. Diese Gruppe ist besonders gefährdet, da der Körper im Alter weniger gut auf Hitze reagieren kann. Medikamente, Vorerkrankungen und eingeschränkte Mobilität verstärken das Risiko zusätzlich.